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Thema Fernsehen: Tipps für Eltern

Mir ist langweilig, darf ich fernsehen?

Kinder erleben Langeweile meistens als sehr unangenehm. Sie haben zu nichts Lust, oder das, was ihnen einfällt, ist gerade nicht möglich. In solchen Situationen sind Eltern oft versucht, ihrem Kind das Fernsehen oder Computerspielen zu erlauben.

  • Vielleicht haben Sie schon erlebt, dass das oft gar nicht so gut funktioniert: Die Stimmung Ihres Kindes bessert sich dadurch nicht.
  • Langeweile, - das Erleben, dass gerade „nichts“ ist, - ist oft die Voraussetzung dafür, dass eigene Ideen überhaupt entstehen oder hochkommen können.


TIPP: Lassen Sie Ihrem Kind Zeit! Langeweile ist unangenehm, aber sie geht oft schneller vorüber als gedacht, wenn man sie ein bisschen aushält.

TIPP: Oder setzen Sie sich einfach zu Ihrem Kind. Vielleicht steckt hinter der Langeweile im Grunde ein anderer Kummer.

 

 

Noch einmal den Lieblingsfilm!


Videos oder DVDs sind eine gute Alternative zum laufenden Fernsehprogramm.
Gerade kleinere Kinder sehen sich gerne einen Film mehrere Male an.

Videos / DVDs haben den Vorteil,

  • dass Sie als Eltern wissen, was Ihr Kind sieht,
  • dass es keine Werbung gibt,
  • dass der Film mit einem Nachspann ausklingt und kein weiterer Film folgt
  • und dass man sich bei der Tagesplanung nicht nach dem Fernsehprogramm richten muss.


TIPP: Viele Büchereien haben inzwischen DVDs mit Kinderfilmen zum günstigen Ausleihen.

 

„Teletubbies“ fürs Baby?

 

TIPP: Gewöhnen Sie Ihr Kind nicht zu früh an das Fernsehen

  • Kinder bis zum Alter von 3 Jahren sollten am besten gar nicht fernsehen.
  • Fallen Sie nicht auf als kleinkindgerecht empfohlene Sendungen herein
    Kleinkinder brauchen noch kein Fernsehen. Sie brauchen
    - ihre Eltern
    - das Leben um sie herum (Nachbarn, Natur, Geschäfte, Spielplatz,…)
    - und Dinge, die sie angreifen können.


Kleinkinder sind zudem von den Fernsehbildern und –geräuschen sehr schnell überfordert.

TIPP: Wenn Ihr Kind fernsieht und noch klein ist: Bleiben Sie bei ihm! Erklären Sie ihm, was es nicht versteht oder was ihm vielleicht Angst gemacht hat.


Nur noch diese eine Sendung, bitte, bitte!


Kindersendungen am laufenden Band machen es Kindern schwer, sich davon loszureißen. Zu groß ist die Faszination der verschiedenen Bilder und Geschichten. Beim Abschalten brauchen Kinder die Unterstützung ihrer Eltern.

  • Vielleicht haben Sie schon erlebt, dass das oft gar nicht so gut funktioniert: Die Stimmung Ihres Kindes bessert sich dadurch nicht.
  • Langeweile, - das Erleben, dass gerade „nichts“ ist, - ist oft die Voraussetzung dafür, dass eigene Ideen überhaupt entstehen oder hochkommen können.


TIPP:
Legen Sie vorher mit Ihrem Kind fest, welche Sendung geschaut werden darf.

 

TIPP: Falls Ihr Kind sich nach dem Ende der Sendung nicht von alleine losreißen kann, - helfen Sie ihm dabei! Schalten Sie den Fernsehapparat aus, sobald die Sendung zu Ende ist.

 

TIPP: Klagen und Murren darüber, dass man nicht mehr weiter fernsehen darf, ist für Kinder normal. Meistens geht es schnell vorüber. Besonders dann, wenn Kinder sich daran gewöhnt haben, dass nach der vereinbarten Sendung immer Schluss ist.

 

„Babysitter Fernseher“: Ich brauch doch auch einmal eine Stunde Ruhe!


Der Alltag mit Kindern kann sehr anstrengend sein. Oft lastet der Großteil der Verantwortung außerdem auf nur einer Person. Das Kind fernsehen zu lassen, bietet sich als Entlastung an: Man kann einmal durchschnaufen oder etwas in Ruhe erledigen.

 

TIPP: Es gibt Situationen, in denen es die beste verfügbare Lösung ist, das Kind fernsehen zu lassen. Aber es sollte nicht zur Regel werden!

 

TIPP: Eine Hörspielkassette (oder CD) kann manchmal den gleichen Zweck erfüllen. Kassetten und CDs mit Märchen und Geschichten lassen sich auch in Büchereien ausleihen.

 

TIPP: Vielleicht gibt es in der Nähe andere Familien, mit denen es möglich wäre, sich manchmal gegenseitig unter die Arme zu greifen. Oder eine Oma, die gern einmal mit Ihrem Kind spazieren geht.

 

Wie kann dir diese Serie nur gefallen!

 

Was ein Kind anspricht, - sei es ein Bilderbuch, ein Märchen oder eine Fernsehserie, - hat immer etwas mit den Themen zu tun, die das Kind gerade beschäftigen (z.B: Gerechtigkeit, mutig sein, Freunde finden, die Erde (Natur) schützen,…).

 

TIPP: Auch wenn Sie die Lieblingsserie Ihres Kindes vielleicht dumm finden;
werten Sie den Geschmack und die Freude Ihres Kindes nicht ab.

 

TIPP: Unterhalten Sie sich mit Ihrem Kind darüber. Zum Beispiel: Was gefällt dir bei dieser Serie? Wer von den Figuren möchtest du am liebsten sein? Was würdest du machen, wenn du diese Figur oder dieser Held wärst?

 

TIPP: Unterbinden Sie es nicht, wenn Ihr Kind Serien nachspielt. Dadurch verarbeitet es das Gesehene.

 

Gemeinsam ist besser als alleine


Kinder im Vorschulalter sollten am besten nicht alleine fernsehen.
Schon gar nicht, wenn Eltern den Inhalt der Sendung nicht genau kennen.

Gemeinsam fernsehen verbindet. Es macht Freude, etwas gemeinsam zu erleben, oder die Begeisterung über eine Sendung mit jemanden zu teilen.
Und es gibt Sicherheit, wenn es zu spannend wird.

 

TIPP: Jedes Kind ist anders. Es kann sein, dass Ihr Kind auch eine scheinbar harmlose und altersgerechte Sendung irritiert. Wenn Sie bei ihm bleiben, bekommen Sie mit, wenn Ihr Kind etwas ängstigt oder durcheinander bringt, und können mit ihm darüber reden.

 

TIPP: Schalten Sie nicht einfach ab, wenn sich Ihr Kind bei einer Sendung fürchtet. Lassen Sie Ihr Kind entscheiden, ob es die Sendung zu Ende sehen will. Das Wissen darüber, dass es gut ausgeht, kann helfen, die Angst abzubauen. Bleiben Sie währenddessen aber unbedingt bei ihm!

 

TIPP: Verzichten Sie darauf, Ihrem Kind einen Fernseher oder Computer fürs eigene Zimmer zum Geschenk zu machen. Kinder mit einem Fernseher im eigenen Zimmer sehen fast dreimal so viel fern wie andere. Dabei verlieren Eltern sehr bald den Überblick, was ihre Kinder schauen.



Kinder wollen die Welt kennen lernen und lieben Geschichten


Das Fernsehen bietet vieles: wunderbare Geschichten, Lustiges, gut aufbereitete Wissenssendungen. So gut manche Sendungen auch sind: Es genügt nicht, etwas nur am Bildschirm zu sehen. Kinder brauchen wirklichen Kontakt mit den Dingen, um etwas zu verstehen.

 

TIPP: Es muss nicht gleich der Sonntag im Erlebnispark sein. Gerade im Kindergartenalter haben Kinder noch viel Freude mit einfachen Dingen:
Steine ins Wasser werfen, Käfer beobachten, einen Eiswürfel lutschen, eine Katze streicheln, sich die kalten Füße warmrubbeln lassen…

 

TIPP: Geschichten erzählen oder vorlesen: Anders als beim Fernsehen hat man dabei jederzeit die Möglichkeit zu unterbrechen, um eigene Gedanken einfließen zu lassen. Zum Beispiel: Was glaubst du, wie es ausgeht?... Oder Ihrem Kind fällt spontan ein eigenes Erlebnis ein, das so ähnlich war wie das in der Geschichte.

 

TIPP: Wissenssendungen kann man zum Anlass nehmen, etwas selbst auszuprobieren. Aber Achtung: Selten funktioniert etwas gleich so reibungslos wie im Fernsehen (Auch für die Sendung wurde vorher geübt.)



Wie entspannend ist Fernsehen?


Da wir Erwachsenen das Fernsehen oft als Entspannung am Abend nutzen, gehen wir davon aus, dass es auch auf Kinder so wirkt. Tatsächlich sind Kinder nach dem Fernsehen aber oft besonders unruhig oder aufgekratzt.

 

TIPP: Was beobachten Sie in Ihrer Familie?

  • Wie ist die Stimmung Ihres Kindes nach dem Fernsehen?
  • Wie ist Ihre eigene Stimmung nach dem Fernsehen?
  • Hängt die Stimmung von den gesehenen Filmen ab?
  • Hängt die Stimmung von der Dauer des Fernsehens ab?
  • Falls Ihr Kind nach dem Fernsehen aggressiv, lustlos oder erschöpft ist…
    - wie reagieren Sie darauf?


TIPP: Zwingen Sie Ihr Kind nicht zum Stillsitzen während des Fernsehens. Kinder verarbeiten durch Bewegung die inneren Spannungen, die beim Zuschauen entstehen.

Kinder gewöhnen sich schnell an etwas. So auch an das Fernsehen zum Entspannen. Dabei brauchen sie das gar nicht. Die Annahme, dass immer etwas los sein muss oder man Berieselung braucht, um ausspannen zu können, stammt aus der Welt der Erwachsenen.

 

TIPP: Probieren Sie es einmal für einen bestimmten Zeitraum aus: Lassen sie den Fernseher weg und finden Sie heraus, was Ihr Kind nach einem anstrengenden Kindergartentag braucht, um zur Ruhe zu kommen. (Vielleicht ist es Kuscheln, vielleicht will es erzählen, was es erlebt hat, vielleicht möchte es sich mit seinen Spielsachen zurückziehen, vielleicht braucht es Bewegung, um die überschüssigen Energien loszuwerden,…)



Fernsehen vor dem Frühstück?


Auf manchen Kanälen gibt es Kinderfernsehen schon ab 6 Uhr morgens. Wenn es schon angeboten wird, warum sollte man nicht darauf zurückgreifen und sich dadurch die Morgenroutine erleichtern?

 

  • Beim Schlafen und Träumen sind wir in unserer inneren Welt. Diese innere Welt ist Basis unseres Fühlens und unserer Phantasie.  Wenn wir unser Kind schon in der Früh mit Comic-Serien oder anderen Sendungen füttern, legen sich diese über die eigenen inneren Bilder. Das kann dazu führen, dass sich unser Kind nicht mehr richtig „spürt“, unruhig und zappelig wird. Oder den Zugang zu seiner eigenen Phantasie und seinen Ideen verliert.
  • Nach dem Aufwachen sind wir meistens noch weich und ungeschützt. Wir müssen uns erst einen Schutzmantel aufbauen, damit wir den Alltag mit all seinen Einflüssen gut bestehen. In diesem ungeschützten Zustand können Fernsehbilder viel stärker eindringen und uns unbewusst beeinflussen; mehr als z.B. am Nachmittag.


TIPP: Ein Tagesbeginn ohne Fernsehen macht langfristig ausgeglichener und zufriedener.

 

TIPP: Wenn es in der Früh regelmäßig stressig ist…

  • Lässt sich etwas schon am Vorabend erledigen, damit es in der Früh nicht so stressig wird?
  • Lassen sich eventuell Ansprüche reduzieren? (z.B. vielleicht Frühstücksgeschirr erst nach der Arbeit abwaschen?)
  • Sind Sie selber eher ein Morgenmuffel? Das ist okay. Kein Grund, Ihr Kind fernsehen zu lassen. Ihr Kind kennt Sie und kann auch mit Ihrer Morgenlaune gut leben.

 

TIPP: Kinder gewöhnen sich schnell an etwas. Sie können sich auch schnell umgewöhnen. Falls Ihr Kind gewohnt war, morgens fernzusehen, und Sie beschließen, das zu ändern:

 

  • Die Umstellung wird wahrscheinlich nicht ohne Murren und Konflikte von statten gehen.
  • Wenn Sie selber überzeugt und konsequent sind, wird es für Ihr Kind aber bald selbstverständlich, den Tag ohne Fernsehen zu beginnen.