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[18. Januar 2006] Nikotinabhängige Eltern: Reden hilft

Ein Wissenschafter-Team um Christine Jackson vom Institute for Research Chapel Hill Center in North Carolina hat in einer Untersuchung herausgefunden, dass rauchende Eltern, die unter Anwendung eines speziellen Programms mit ihren Kindern über ihre Sucht sprechen, Einfluss auf den späteren Nikotinkonsum des Nachwuchses nehmen können.

Vorangegangene Studien hatten gezeigt, dass Kinder von Rauchern mit hoher Wahrscheinlichkeit eines Tages selbst die schädliche Gewohnheit annehmen. Den Eltern wiederum falle es oft schwer, mit ihren Kindern darüber Gespräche zu führen, da sie sich schuldig fühlten oder fürchteten, als "Heuchler" zu erscheinen, weiß Forscherin Jackson. Tatsächlich aber dürften gerade Erwachsene, die von eigenen Erfahrungen berichten können und die unglücklich über ihre Abhängigkeit sind, überzeugend wirken, meint die Wissenschafterin.

Viele Eltern lassen ihre diesbezüglichen Erziehungsmaßnahmen jedoch dabei bewenden, den Jugendlichen schlicht zu sagen, sie sollten nicht rauchen. Damit ist es nach Ansicht Jacksons freilich nicht getan. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie daher ein Programm für eine "Anti-Raucher-Sozialisation" entwickelt, dessen Effekte im Zuge einer Studie analysiert und die Ergebnisse nun in den "Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine" publiziert.

Die Forscher wiesen 776 Familien einer von zwei Gruppen zu: Entweder der Versuchsgruppe, in der die Eltern regelmäßig Unterlagen erhielten, die ihnen helfen sollten, das Thema "Rauchen" mit ihren Kindern zu besprechen. Oder einer Kontrollgruppe, in der die Erwachsenen lediglich kurze Fachinformationen über Nikotin bekamen. Die Eltern der Versuchsgruppe nutzten die Materialien dazu, mit ihren Kindern unter anderem darüber zu reden, wie sie selbst zum Raucher geworden waren, und was es bedeutet, abhängig zu sein.

Zusätzlich wurden sie aufgefordert, ihre Bemühungen durch gezielte Maßnahmen im Alltag zu ergänzen, die dem Bild entgegenwirken sollten, Rauchen sei normal: Dazu gehörte es etwa, volle Aschenbecher nicht in den Zimmern herumstehen zu lassen und die Kinder nicht zum Zigarettenholen zu schicken. Drei Jahre später wurde untersucht, wie viele der Jugendlichen in der Versuchs- und Kontrollgruppe selbst zu rauchen begonnen hatten.

Wie sich zeigte, hatten 19 Prozent der Jugendlichen in der Kontrollgruppe inzwischen einmal Zigaretten probiert – in der Versuchsgruppe waren es hingegen nur zwölf Prozent. Daraus schließt Jackson, dass rauchende Eltern, auch wenn ihre Kinder besonders gefährdet sind, selbst nikotinabhängig zu werden, mit geeigneten Maßnahmen dennoch etwas zur rauchfreien Sozialisation beitragen können.

Quelle: netdoktor.at

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