![]() QUELLE: http://www .praevention.at DATUM: 08.02.2012 |
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[19. Januar 2006] SFA spricht sich für Cannabis-Entkriminalisierung ausDie Schweizer Studie "Cannabismonitoring", die im Auftrag des Eidgenössischen Bundesamtes für Gesundheit im Jahr 2004 durchgeführt wurde und deren Ergebnisse vor kurzem veröffentlicht wurden, haben in unserem Nachbarland eine Cannabisdebatte ausgelöst. Laut der Untersuchung sind 13 Prozent der 13- bis 29-Jährigen Schweizer aktuell Cannabis Konsumierende, ein Drittel davon kämpft mit Folgeproblemen wie Konzentrationsschwierigkeiten und sozialen Sanktionen. Für die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) machen die Ergebnisse deutlich, dass Cannabisprävention und -beratung nach wie vor höchst notwendig seien und weiter ausgebaut werden müssten. Die Fachstelle hat sich in einer Aussendung für die Entkriminalisierung des Cannabiskonsums ausgesprochen. Durch diese politische Maßnahme würden Prävention und Beratung erleichtert werden, da Konsumierende nicht mehr kriminalisiert werden. Zudem sinke für Problemkonsumierende die Hemmschwelle, sich Hilfe zu holen. Eine Entkriminalisierung würde das Thema weder banalisieren noch einer Legalisierung von Cannabis gleichkommen. Konkret heißt es dazu: "Die SFA will weder, dass Minderjährige kiffen, noch dass in der Öffentlichkeit Cannabis konsumiert wird. Regeln und Sanktionen sind also notwendig. Sie sollen aber nicht ans Strafgesetz delegiert, sondern mit angemessenen Disziplinarmassnahmen durchgesetzt werden. Verantwortung und Handlungskompetenzen liegen hier bei der ganzen Gesellschaft. Sie kann dabei auf die Unterstützung der SFA zählen." Die Grundlage für den Vorstoss ist die erste systematische, repräsentative Längsschnittstudie zum Cannabiskonsum in der Schweiz. Diese zeigt, dass rund 46% der 5000 befragten 13- bis 29-Jährigen in der Schweiz in ihrem Leben schon Cannabis konsumiert haben. Gut 13 Prozent dieser Altersgruppe sind aktuell Konsumierende, d.h., sie haben in den letzten 6 Monaten vor der Befragung Cannabis konsumiert. Mit diesen Werten belegt die Schweiz im internationalen Vergleich eine Spitzenposition. Insgesamt konnte man einen starken Konsumanstieg in den Neunzigerjahren beobachten, während das Einstiegsalter in den Cannabiskonsum sank. In den letzten vier Jahren dürfte sich der Cannabisgebrauch auf hohem Niveau stabilisiert haben. Etwa ein Drittel der aktuell Konsumierenden (32.1%) zwischen 13 und 29 Jahren haben laut Studie Probleme wegen ihrem Cannabiskonsum. Hochgerechnet auf die gesamte Schweizer Bevölkerung in dieser Altersgruppe sind das 4.3 Prozent. Diese Personen gaben in der Befragung an, unter Folgeproblemen zu leiden: Sie haben Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten, Angst, die Kontrolle über den Konsum zu verlieren oder erfahren soziale Sanktionen im Zusammenhang mit dem Cannabiskonsum. Quelle: SFA |