[27. November 2006] ÖBIG-Jahresbericht: gleichbleibender Konsum - mehr Opfer
Zeitgleich mit dem Bericht der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (siehe News) veröffentlicht auch das Österreichische Bundesinstitut für das Gesundheitswesen (ÖBIG) jährlich seinen Drogenbericht. Demnach ist der Konsum illegaler Drogen - gemessen an den Anzeigen - stabil. Die Zahl der Todesopfer ist jedoch gestiegen. Mit 191 Toten im Jahr 2005 befindet sich Österreich fast wieder auf dem Niveau von 1996 (195 Tote). 1998 wurde mit 117 Drogentoten ein Tiefpunkt erreicht. Vor allem der Mischkonsum verschiedenster Mittel sei für den Anstieg verantwortlich. "In 25 Prozent der Fälle wurden bei der Toxikologie ausschließlich illegale Drogen (...) festgestellt. Zusätzlich wurden in 39 Prozent der Fälle auch psychoaktive Medikamente, in 15 Prozent der Fälle auch Alkohol und zu 20 Prozent beides (...) nachgewiesen", so der Drogenbericht. Drogenabhängige, die gleichzeitig verschiedenste - illegale wie legale - Suchtmittel verwenden, sind besonders gefährdet.
Laut ÖBIG-Bericht starben die meisten Drogenopfer im privaten Umfeld: "Es zeigt sich, dass die Mehrheit (81 Prozent) der direkt suchtgiftbezogenen Todesfälle in einer Wohnung versterben. Dies kann dahingehend interpretiert werden, dass ein Großteil des hoch riskanten Drogenkonsums in (scheinbar) geschütztem privaten Rahmen stattfindet", heißt es in dem Report. Bedenklich ist das niedrige Durchschnittsalter der Drogentoten. Der Anteil der unter 20-Jährigen lag 2005 bei 15 Prozent.
Quelle: Kleine Zeitung / Die Presse




