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[09. November 2007] Deutschland: Bleihältiges Marihuana in Umlauf

Wie diese Woche das deutsche Bundeskriminalamt bekannt gab, ist im Raum Leipzig bleihältiges Marihuana im Umlauf. Bislang sind den Ermittlern 19 Fälle bekannt, bei denen Konsumenten zum Teil schwerste Bleivergiftungen erlitten. Bei den Betroffenen seien Bleiwerte im Blut festgestellt worden, die weit über den Grenzwerten lägen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Unbekannt, in einem Fall sogar wegen versuchten Mordes.

Blei wird Cannabis aus Gewächshäusern („Skunk“) zugesetzt, um das Verkaufsgewicht zu steigern. Beim Rauchen der gestreckten Ware kann es zu tödlichen Vergiftungen kommen. Bereits vor einigen Jahren waren in Holland, Frankreich und Großbritannien Skunkproben aufgetaucht, die mikroskopisch kleine Glaspartikel aufwiesen. Die Splitter sollen das Glitzern des THC-Harzes vortäuschen und können langfristig schwere Schäden der Atemwege nach sich ziehen. In den 70er-Jahren waren es Henna, Pfeffer, Mehl, Schuhcreme und andere Substanzen, mit denen Haschisch gestreckt wurde. Blei ist die vorerst gefährlichste Beimengung.

Die erschreckenden News aus Deutschland zeigen die grundsätzlichen Risiken illegaler Substanzen und eines daraus resultierenden Schwarzmarktes auf, der naturgemäß keine Qualitätskontrollen und Tabus kennt. Den Preis zahlen trotzdem die Konsumenten – in mehrfacher Hinsicht.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin (dgs)

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