[17. März 2008] Suchtmittelkriminalität: Jahresbericht 2007 veröffentlicht
Anfang März wurde von Innenminister Günther Platter der aktuelle Jahresbericht zur Suchtmittelkriminalität veröffentlicht. Demnach gab es im Vorjahr 24.166 Anzeigen nach den Straftatbeständen des Suchtmittelgesetzes. Gegenüber 2006 ergibt dies einen Anstieg um 0,66 Prozent. Regional zeigten sich aber große Unterschiede. Bei den sichergestellten Mengen gab es vor allem bei Heroin und Ecstasy große Steigerungen. Platter bezeichnete die Prävention als einen der wichtigsten Eckpfeiler im Kampf gegen den Drogenmissbrauch und sprach sich vehement gegen die Legalisierung von Cannabis-Produkten aus.
In Wien (minus 16,58 Prozent), in Vorarlberg (minus 7,02 Prozent), Tirol (minus 5,87 Prozent) und im Burgenland (minus 2,42 Prozent) gab es teils starke Rückgänge bei den Anzeigen gegenüber 2006. Demgegenüber stiegen die Zahlen in der Steiermark (plus 34,43 Prozent), Kärnten (18,32 Prozent), Oberösterreich (17,98 Prozent), Niederösterreich (13,57 Prozent) und Salzburg (11,49 Prozent) stark an.
Teils exorbitante Anstiege, aber auch Rückgänge gab es bei den sichergestellten Mengen an Suchtgift. 117 Kilo sichergestelltes Heroin im Marktwert von fast zehn Millionen Euro bedeutete einen Anstieg um 240,93 Prozent gegenüber 2006. Beim Kokain gab es mit 78,1 Kilogramm (rund 4,3 Mio. Euro wert), einen Anstieg um 26,42 Prozent. Sehr deutlich fiel die Steigerung der sichergestellten Menge Ecstasy aus: 66.167 und ein halbes Stück Ecstasy bedeuteten um 114, 45 Prozent mehr als 2006, gleichzeitig sank die Menge sichergestellter Amphetamine um 54,04 Prozent. Kaum eine Rolle spielt LSD mit insgesamt 1.058 Trips, die aus dem Verkehr gezogen wurden. Außerdem wurden rund 1.276 Kilo Cannabisprodukte erwischt, das bedeutete einen Rückgang um 36,30 Prozent beim Kraut, um 34,80 Prozent beim Harz und um 5,09 Prozent bei den angebauten Pflanzen gegenüber dem Jahr davor.
Nach wie vor ist die so genannte Balkanroute im Heroinhandel der beherrschende Schmuggelweg von Asien nach Europa. Sie verläuft über die Türkei, Bulgarien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich. Bei den wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Suchtmittelgesetz festgenommenen Personen hielten sich übrigens Österreicher und Fremde mit 48 zu 52 Prozent beinahe die Waage. Platter betonte die Wichtigkeit internationaler Kooperation gerade im Kampf gegen den Drogenhandel. Im präventiven Bereich versucht die Polizei mit 272 eigens ausgebildeten Beamten tätig zu sein.
Quelle: oe24.at
Download Jahresbericht Suchtmittelkriminalität:
Suchtmittelkriminalitaet2007 [996 kB]




