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[25. August 2008] Cannabis-Liberalisierung: Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen

Zwei Studien, die sich mit gesetzlichen Regelungen zum Cannabiskonsum befassen, kommen bei ihren Datenerhebungen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Sowohl das EU-Eurobarometer als auch das Drogenmonitoring OÖ des Instituts für Suchtprävention befragten Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahre, welche drogenpolitischen Maßnahmen (von Liberalisierung bis Repression) sie zu illegalen Substanzen setzen würden. Tageszeitungen wie "Der Standard" berichteten darüber.

Generell, so die Meinung der Experten des Instituts für Suchtprävention, ist es schwierig Studien miteinander zu vergleichen, da Forschungs-Designs oft unterschiedlich konzipiert sind. Bei der heuer veröffentlichten Erhebung des Eurobarometers meinen 75 Prozent der österreichischen Jugendlichen, dass Cannabis verboten bleiben sollte. In der 2006 durchgeführten Studie vom Institut Suchtprävention fielen die Antworten der befragten Personen differenzierter aus, wie von Seiten der Gesetzgebung mit Cannabisprodukten umgegangen werden soll. Immerhin sprechen sich beim Drogenmonitoring OÖ über 44 Prozent der 15- bis 24-Jährigen für die regulierte Liberalisierung von Cannabis aus. Knapp sieben Prozent können sich den uneingeschränkten Konsum und Handel der psychoaktiven Substanz vorstellen.

Warum die zwei Datenerhebungen Unterschiede aufweisen, erklärt sich aufgrund der verschiedenartig entworfenen Forschungs-Designs und Ansatzkriterien. So führte Eurobarometer ihre Befragungen an 500 Personen mittels Telefon durch. Im Gegensatz dazu erfolgten beim Drogenmonitoring OÖ 670 face-to-face-Interviews. Faktoren wie die „soziale Wünschbarkeit“ spielen in den jeweiligen Befragungssituationen eine relevante Rolle. Weitere Indikatoren, welche sich innerhalb der beiden Studien unterscheiden, lassen sich ebenfalls auf die Konzeption der Forschungs-Designs zurückführen. Das Institut Suchtprävention gab eine größere Anzahl an Antwortalternativen (sieben) vor als Eurobarometer (drei). Somit konnten die Jugendlichen beim Drogenmonitoring zwischen mehreren ausdifferenzierten Möglichkeiten der Repression bzw. Liberalisierung wählen (von verschärfter Bestrafung über eingeschränkte Freigabe bis hin zu uneingeschränkter Handel, siehe Grafik). Bei der EU-Studie standen die nicht weiter definierten Felder „regulieren“, „verbieten“ oder „anderes“ zur Auswahl. Außerdem listete Eurobarometer bei der Frage nach den gesetzlichen Regelungen Cannabis gemeinsam mit anderen illegalen Substanzen wie Heroin auf. Im Unterschied zu der EU-Studie wurden die Jugendlichen bei der Oberösterreich-Erfassung auch über ihr Vorwissen zu Drogen befragt. Dabei werden neben dem objektiven und subjektiven Wissensstand auch früheres Konsumverhalten und aktueller Konsumstatus dokumentiert.

  • Grafik Drogenmonitoring OÖ:
    Frage 17: Kommen wir kurz zu Haschisch; bei Haschisch gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie damit in Zukunft umgegangen wird. Welche dieser Möglichkeiten würden Sie bevorzugen, für welche würden Sie sich entscheiden? (670 Personen im Alter von 15 bis 24 Jahre, Angaben in Prozent, Jahr 2006) 

 

Das Institut Suchtprävention führt seit 2000 alle drei Jahre im Rahmen des Projekts Drogenmonitoring OÖ eine repräsentative Studie unter der oberösterreichischen Bevölkerung zum Themenkomplex illegale Drogen, Alkohol und Nikotin durch. Hierbei wird bei diesen Forschungsarbeiten immer wieder ersichtlich: Je besser Menschen über illegale Substanzen informiert sind, desto weniger wird der gesellschaftliche Diskurs auf der Ebene soziokulturell geprägter Ängste, die allgemein mit Drogen assoziiert werden, geführt. So sind auch aufgeklärte Personen überzeugter von der Effektivität der Suchtprävention und favorisieren vorbeugende Maßnahmen.

Links: Der Standard

 

 

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