[02. Oktober 2008] Substitutionsbehandlung soll Beschaffungskriminalität verringern
Wiens Drogenbeauftragter Alexander David schätzt die Gesamtzahl der Substitutionspatienten in der Bundeshauptstadt auf etwa 7.000 und auf 3.500 in den restlichen Bundesländern - also in ganz Österreich auf rund 10.500. "In Wien werden alle von den Amtsärzten vidierten Rezepte auf Substitutionsmittel gezählt. Daraus können wir die Zahl der Patienten gut abschätzen", so der Drogenbeauftragte. Am Wert der Substitutionsbehandlung kann laut David und auch gemäß dem Wiener Drogenkoordinator Michael Dressel mittlerweile nicht mehr gezweifelt werden. In Österreich brauche man mehrere Maßnahmen wie niederschwellige Angebote an Drogenabhängige und Spritzentausch-Programme, sind sich die beiden einig und "in ganz Europa hat sich gezeigt: Wo es Drogensubstitutionsprogramme gibt, verhindert man ein unheimliches Maß an Beschaffungskriminalität."
2007 gab es zwei Verordnungen aus dem Gesundheitsministerium, welche die Substitutionstherapie und die für die Behandlung notwendigen Qualifikationen für Ärzte neu bzw. erstmals österreichweit regelten. Die Verordnungen werden derzeit - noch immer - auf Verbesserungsmöglichkeiten geprüft. In der Bundeshauptstadt ist man mit ihnen aber relativ zufrieden, auch wenn man die mit der Substitutionsbehandlung verbundene Bürokratie gern reduziert und die Nennung von zwei Medikamenten - Methadon und Buprenorphin - als "Mittel der Wahl" gerne gestrichen sähe. Dressel meint, dass sich vor allem in Wien die Mitgabe von Substitutionsmitteln besser kontrollieren lässt. In den anderen Bundesländern sehe die Situation etwas anders aus, weil es dort für die meisten niedergelassenen Ärzte, die Drogenpatienten betreuen, keine Honorierung gäbe.
Quelle: presse.at




