[08. April 2009] Zigarettenrauch erhöht Risiko für plötzlichen Kindstod
Von einem Zusammenhang zwischen Zigarettenrauch und plötzlichem Kindstod berichten australische Wissenschaftler vom Ritchie Centre for Baby Health Research der Monash University in der Fachzeitschrift Sleep. Demnach sind Säuglinge eher vom plötzlichen Kindstod (SIDS) bedroht, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft oder nach der Geburt rauchen. Zwar ist die genaue Ursache für SIDS noch unbekannt, dennoch glauben die Forscher, dass Schädigungen des Weckvorgangs als Antwort auf eine lebensbedrohliche Situation eine wesentliche Rolle spielen. Kinder, die Zigarettenrauch ausgesetzt sind, haben die niedrigsten Raten von kortikaler Erregung, die wesentlichen Einfluss auf Schlaflosigkeit, Muskeltonus, Herzfrequenz und Atmung hat, so das Ergebnis des australischen Experiments. Dazu untersuchten die Forscher 25 gesunde Babys jeweils drei, zehn und 22 Wochen nach der Geburt. Die Mütter von zwölf der Kinder rauchten durchschnittlich 15 Zigaretten pro Tag, die anderen waren Kinder von Nichtraucherinnen. „Unsere Forschung zeigt, dass mütterliches Rauchen die Weckreaktionen verschlechtert, was eine mögliche Erklärung für das höhere SIDS-Risiko darstellt“, so Studienleiterin Rosemary Horne. Auch Jörg Kutschera, Neonataloge an der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, sieht einen Zusammenhang von plötzlichem Kindstod und Zigarettenrauch. „Dass Rauchen ein wesentlicher Risikofaktor für SIDS ist, bestätigt nur eine schon länger existierende Annahme.“ In der Praxis könne man beobachten, dass Babys in Wohnungen, in denen geraucht wird, weitaus häufiger vom plötzlichen Kindstod betroffen sind als in Nichtraucher-Wohnungen. „Andere wesentliche Faktoren, die das Risiko steigern, sind die Bauchlage des Kindes, eine Überhitzung im Schlaf, sowie ein schlechter Sozialstatus.“ Der plötzliche Kindstod kann während des gesamten ersten Lebensjahres auftreten, wobei laut Kutschera sowohl im dritten als auch im siebten Monat Häufungen der Fälle zu beobachten sind.
Studie: Fachzeitschrift Sleep
Quelle: Standard




