[13. Juli 2009] Mexiko: Eskalationen im "Drogenkrieg" nehmen kein Ende
Der so genannte "Drogenkrieg" in Mexiko versetzt das Land schon seit Langem in eine Art Ausnahmezustand. Gewalt, Korruption und Verbrechen stehen auf der Tagesordnung und erst vergangenes Wochende hat ein Drogenkartell in mehreren Städten wieder eine blutige Spur der Verwüstung hinterlassen. Bilanz des Terrors: drei tote Polizisten, zwei tote Soldaten und weitere 18 zum Teil schwerverletzte Personen. Grund der jüngsten Gewalttat war laut der Nachrichtenagentur Notimex die Festnahme des hochrangigen Kartellmitglieds Arnoldo Rueda Medina. Clan-Angehörige des Syndikats "La Familia Michovana" starteten nach der Verhaftung von Medina einen brutalen Rachefeldzug gegen die Behörden und feuerten unter anderem im Touristenort Acapulco mit Maschinengewehren und Handgranaten auf Polizei und Militär. Zeitgleich hat gemäß einer CNN-Meldung ein weiteres einflussreiches Drogenkartell öffentlich den Krieg gegen die Staatsgewalt erklärt. Das Kartell fordert auch den jetzigen Polizeischef Julian Leyzaola zum Rücktritt auf - der ehemalige Polizeichef ist erst kürzlich aufgrund von Drohungen freiwillig zurückgetreten. Die Brutalität der Drogenkartelle hat inzwischen ein unerträgliches Ausmaß angenommen. So setzt der mexikanische Präsident Felipe Calderon verstärkt auf die Armee, um zumindest das Schlimmste abwenden zu können. Derzeit sind 36.000 Soldaten primär damit beauftragt, die Organisierte Kriminalität zu bekämpfen. Die Opferzahlen sind erschreckend: Alleine im vergangenen Jahr fielen über 7000 Menschen den Bandenkriegen zum Opfer.
Quelle: ORF




