INFO-
CORNER
|  INSTITUT     |  ZIELGRUPPEN  |  ANGEBOTE  |  THEMA SUCHT Drucken
NEWS
PRESSE
BIBLIOTHEK
DOWNLOADS
GEMEINDEARTIKEL
LINKS
FORTY FOUR
E-NEWSLETTER

 
Aktuell
Archiv
  

 
suchen | sitemap  |   kontakt | gästebuch

[16. Juli 2009] Tabak-Tourismus: Serbien setzt auf rauchende Urlauber

Weltweit und speziell in Europa setzt sich mehr und mehr der Trend durch, den Tabakkonsum gesetzlich aus dem Alltag zu verbannen. So gibt es mittlerweile in vielen Staaten ein Rauchverbot in Lokalen, am Arbeitsplatz und an öffentlichen Orten. Doch ein Land stemmt sich derzeit vehement gegen die internationale Entwicklung und will den Griff zur Zigarette überall ermöglichen. Gemeint ist Serbien. Die serbische Bevölkerung führt laut Statistiken im europäischen Vergleich die Spitzenposition unter Rauchern an. Rund 10.000 Serben, von insgesamt 7,5 Millionen Einwohnern, sterben jährlich an den Folgen des Tabakkonsums. Zwei Drittel der serbischen Kinder und Jugendlichen zwischen sieben und 19 Jahren wachsen nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Qualm auf. Zwar wurde bereits 1995 das Rauchverbot am Arbeitsplatz eingeführt, doch es wird weder kontrolliert noch sanktioniert. So sieht man überall Raucher - im Taxi, im Büro und natürlich in Lokalen. Die Regierung will jetzt zumindest ein Gesetz für rauchfreie Gaststätten durchsetzen. Der Widerstand ist dementsprechend groß: Vertreter von Gastronomie, Wirtschaft, Prominenz und Tourismus wehren sich mit allen Mitteln. Einige Medien wollen die liberale Tabakkontrollpolitik sogar als attraktive Marketing-Strategie forcieren. „Unser Nachtleben sollte auch in Zukunft anders sein als das in anderen Ländern“, will etwa Journalistin Snezana Dahic-Mrkic rauchende Touristen nach Serbien locken. Und Volksschauspieler Alexandar Srekovic Kubura kann sich ebenfalls nicht mit den Plänen der Regierung anfreunden: „Ein Land, das meine Steuergelder beim Zigarrenkauf einstreicht, kann mir kaum verbieten, in der Kneipe zu rauchen.“

Quelle: Die Presse

zurück