[25. August 2009] Unmenschliche Bedingungen auf Tabakplantagen
Die Tabakproduktion ist für das afrikanische Malawi eine der wichtigsten Geldquellen. Immerhin werden damit bis zu 70 Prozent der Exporteinnahmen erzielt. Doch die Schattenseite des lukrativen Wirtschaftzweigs ist grausam - so sind es überwiegend Kinder, die auf den Tabakplantagen arbeiten und schweren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sind. Laut einer aktuellen Studie der Kinderschutzorganisation Plan International leiden zehntausende Kinder an einer schweren Nikotinvergiftung. Die Kinder bekommen von der Arbeit auf den Feldern starke Kopf- und Unterleibsschmerzen und leiden an Muskelschwäche, Husten und Atemnot. Denn bei der täglichen Schufterei auf den Plantagen nehmen sie bis zu 54 Milligramm des Nervengiftes Nikotin auf - das entspricht etwa dem Rauchen von 50 Zigaretten. Neben den durch das Nikotin verursachten Beschwerden leiden die Kinder auch an schweren körperlichen und sexuellen Misshandlungen. In Malawi arbeiten rund 80.000 Jungen und Mädchen bis zu zwölf Stunden täglich auf den Tabakplantagen, oftmals nur für einen Hungerlohn von weniger als 1 Cent pro Stunde.
Die Kinderschutzorganisation Plan International fordert nun die malawische Regierung auf, existierende Kinderschutz- und Arbeitsrechtsbestimmungen durchzusetzen. Die Tabakproduzenten müssten sicherere und fairere Arbeitsbedingungen schaffen und die Abnehmer des Tabaks in Europa und den USA müssten konsequenter darauf achten, dass ihre eigenen Grundsätze auch bei den Lieferanten in Malawi beachtet würden.
Linktipp: Plan International
Quelle: Ärzteblatt




