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[06. Mai 2010] Suchtmittelkriminalität: Zahl der Anzeigen gestiegen

Das Innenministerium hat gestern den Bericht zur Suchtmittelkriminalität für das Jahr 2009 veröffentlicht. Insgesamt 22.729 Drogendelikte registrierten die Behörden im Vorjahr. Das entspricht einem Zuwachs von 13,4 Prozent im Vergleich zu 2008. Innenministerin Maria Fekter wünscht sich sogar "noch mehr" Anzeigen. Sie interpretiert die Zahlen als Beweis dafür, "dass die Polizei hervorragende Arbeit macht". Ein Indiz dafür, dass mit der Zahl der Anzeigen nicht unbedingt auch das Drogenproblem selbst wächst, sind die Beobachtungen der Therapieeinrichtung "Grüner Kreis". Ebendort ist die Zahl der stationären Aufnahmen seit Jahren stabil.

Insgesamt stellte die Polizei im Vorjahr illegale Drogen mit einem Schwarzmarktwert von 38,884 Mio. Euro sicher. Die Zahl der "Problemkonsumenten" wird auf bis zu 33.000 Personen geschätzt. Analysten glauben, dass "harte Drogen" (Heroin, Kokain) sowie Cannabis in allen Formen auf hohem Niveau stagnieren. Während Ecstasy seinen Abwärtstrend 2009 fortsetzte, orten die Experten einen Trend hin zu Amphetamin und synthetischen Substanzen.

Eine Entwicklung, die Rainer Schmid aus dem Zentrallabor des AKH in der Tageszeitung "Die Presse" als "toxikologischen Albtraum" bezeichnet. Basis dieser Drogen ist GBL (Gammabutyrolacton), sogenanntes "Liquid Ecstasy". Chemiker sind in der Lage, 752 unterschiedliche Derivate aus dem Grundstoff zu synthetisieren. Der Gesetzgeber kommt legistisch also gar nicht nach, alle Nachfolgestoffe zu illegalisieren.

Um dem Drogenkonsum bei Jugendlichen vorzubeugen, ließ Fekter mit einem Vorschlag aufhorchen: Wird bei einer Verkehrskontrolle ein bereits vergangener Konsum nachgewiesen, soll dem Betroffenen künftig der Führerschein abgenommen werden können. (siehe dazu auch Statement von Christoph Lagemann)

Quelle: Die Presse

Informationen des Innenministeriums:

http://www.bmi.gv.at/cms/BMI/_news/BMI.aspx?id=46586D676E7770416D734D3D&page=0&view=1  

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