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[11. Oktober 2010] Startschuss für die Plattform Gewaltprävention OÖ

Im Rahmen einer Pressekonferenz gab es heute in Linz den offiziellen Startschuss für die Plattform Gewaltprävention OÖ. Das Gemeinschaftsprojekt wurde von Landesrätin Mag. Doris Hummer, Landespolizeikommandant GenMjr. Andreas Pilsl, Christoph Lagemann (Institut Suchtprävention), Dr. Hannelore Lensing, stv. Leiterin der Schulpsychologie-Bildungsberatung (Landesschulrat OÖ) und Dr. Rupert Herzog, Leiter der KiJA OÖ, Mobbing- und Gewaltpräventionsstelle präsentiert.


Landesrätin Mag. Doris Hummer mit Institutsleiter
Christoph Lagemann

GenMjr. Andreas Pilsl mit Dr. Rupert Herzog (KiJA)
links: Dr. Hannelore Lensing (LSR OÖ)

Ob körperliche Angriffe oder subtilere Formen wie Auslachen, Drohungen, Verbalattacken und Abwertungen: Gewalt ist ein Phänomen, das zwischen Menschen, innerhalb und zwischen Gruppen entsteht, sich entwickelt, eskaliert – und vor allem dort bearbeitet und zurückgedrängt werden kann. Die Schule ist eines der bedeutendsten Systeme des sozialen Zusammenlebens und bietet eine hervorragende Möglichkeit, um negative Beziehungserfahrungen wie Gewalt, entwürdigende Handlungen, Vernachlässigung usw. zu korrigieren, Alternativen zur Gewalt kennen zu lernen und Beziehungskompetenz zu lernen. Internationale Erfahrungen und Studien zeigen, dass Gewaltprävention sehr erfolgreich sein kann und die Wahrscheinlichkeit von Mobbing- und Gewalthandlungen deutlich reduziert. Je früher, umfassender und längerfristiger sie angelegt ist, umso erfolgreicher wird sie sein.

Mit Unterstützung des Landes Oberösterreich haben daher die Institutionen Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ (Mobbing- und Gewaltpräventionsstelle), Landespolizei-kommando OÖ (Landeskriminalamt OÖ), Schulpsychologie–Bildungsberatung (Landesschulrat für Oberösterreich), BildungsMedienZentrum (BIMEZ) und Institut Suchtprävention (pro mente OÖ) zum Thema schulische Gewaltprävention eine enge Kooperation geschlossen.

Das Hauptziel dieser Zusammenarbeit ist es, im Bereich der schulischen Gewaltprävention ein umfassendes, systematisches und transparentes Angebot zu setzen. Dadurch können Doppelstrukturen vermieden und die bereits bestehenden Aktivitäten optimiert werden. Neben der inhaltlichen Abstimmung der angebotenen Aktivitäten geht es vor allem um eine verbesserte, transparente Darstellung der Angebote nach außen.

Unterschiedliche Angebote auf einer gemeinsamen Internetseite

Die erste konkrete Maßnahme der „Plattform Gewaltprävention Oberösterreich“ ist der Start einer gemeinsamen Internetseite, die ab sofort unter der Adresse www.gewaltpraevention-ooe.at  erreichbar ist. Dort sind sämtliche Angebote der Partnerinstitutionen zum Thema Gewaltprävention aufgelistet. Diese reichen von Beratungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, Eltern bzw. Lehrkräfte bis zu langfristig ausgerichteten Unterrichtsprogrammen zur Sucht- und Gewaltprävention, die von Schulen gebucht werden können.

Vier Eckpunkte zur Reduzierung von Gewalt in der Schule

Gewalt in der Schule ist in den meisten Fällen auf viele unterschiedliche Ursachen zurückzuführen. Folgende vier Eckpunkte werden von den Träger-Institutionen der Plattform Gewaltprävention Oberösterreich zur Reduzierung von Gewalt in der Schule empfohlen:

1. Förderung von Lebenskompetenzen: Zu diesen sozialen Kompetenzen zählen Eigenschaften wie Empathie, Impulskontrolle, Problemlösungskompetenz, ein konstruktiver Umgang mit Konflikten, Gefühlen und Stress oder ein positives Selbstbild. Lebenskompetenzen sollten so früh wie möglich gefördert werden. Entscheidend ist dabei die Nachhaltigkeit der Interventionen, die nur dann passieren kann, wenn sie regelmäßig und kontinuierlich in den Alltag integriert wird.

2. Einbezug der Familie: Gewalterfahrungen in der Familie und in der Kindheit zählen zu den wichtigsten Risikofaktoren für spätere Gewalttätigkeit und Gewaltbereitschaft. Deshalb ist die Einbeziehung der Familie in die gewaltpräventive Arbeit unerlässlich. So besitzen beispielsweise Kinder, die in besonders belastenden Kontexten aufwachsen, wie z.B. Kinder von Suchtkranken, einerseits ein erhöhtes Risiko Gewalt zu erleiden, andererseits ist auch die eigene Gewaltbereitschaft erhöht.

3. Aktivitäten zum Thema Gewaltprävention: Diese Aktionen umfassen beispielsweise Workshops zu den Themen Gewalt, Konflikte oder Mobbing. Einzelfallberatungen gehören hier ebenso dazu wie langfristig begleitete Schulprojekte zur Verbesserung des Schulklimas oder spezifische Weiterbildungsveranstaltungen für Lehrpersonen und Eltern.

4. Intervention im Anlassfall

Bei Gewaltvorfällen sind alle am System Schule beteiligten Personen zum Eingreifen aufgefordert. Bei besonders bedrohlichen Fällen hat die Polizei einzuschreiten. Dabei ist ein standardisiertes Vorgehen von dafür besonders geschulten Beamten und Beamtinnen wünschenswert.

Grundsätzlich gilt: Der Erfolg aller Bemühungen hängt vom „Schulklima“ ab, das wiederum durch Präventionsmaßnahmen positiv beeinflusst werden kann.

Die gesamten Angebote der Plattform Gewaltprävention OÖ sind ab sofort unter www.gewaltpraevention-ooe.at ersichtlich.

 

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