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[17. Januar 2011] Passivrauch erhöht Blutdruck bei Kindern

Eine neue Studie liefert ein Argument, Eltern zum Rauchverzicht zu bewegen: Sie riskieren bei ihrem Kind eine Hypertonie.

Kinder, in deren Gegenwart über längere Zeit geraucht wird, erkranken gehäuft an Bluthochdruck. Ergeben hat das eine Studie an der Uniklinik Heidelberg. "Mit dieser Studie haben wir erstmals gezeigt, dass Passivrauchen bei Kindern den Blutdruck deutlich ansteigen lässt", wird Professor Georg Hoffmann, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsklinik Heidelberg, in der deutschen Ärztezeitung (aerztezeitung.de) zitiert. 

Hoher Blutdruck bei Kindern könne bis ins Erwachsenenalter anhalten. Er sei dann einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Für die Studie des Uniklinikums und des Gesundheitsamtes Rhein-Neckar wurden mehr als 4000 Fünf- bis Sechsjährige in Heidelberg und Umgebung untersucht. Bei ungefähr einem Drittel dieser Kinder rauchten die Väter, bei rund einem Fünftel die Mütter, bei knapp 12 Prozent rauchten beide Eltern. Bei den Kindern, die zu Hause über längere Zeit Zigarettenrauch einatmeten, war der systolische Blutdruck um 1 mmmHg, der diastolische Druck um 0,5 mmmHg höher. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie zur Gruppe mit dem höchsten systolischen Blutdruck gehören, um 21 Prozent erhöht.

Besonders kritisch ist es, wenn Mütter rauchen, weil sie das eher zu Hause tun als Väter, die vor allem am Arbeitsplatz zur Zigarette greifen, vermuten die Forscher. Passivrauchen stelle damit außer Übergewicht, niedrigem Geburtsgewicht und Bluthochdruck der Eltern ein zusätzliches, unabhängiges Risiko dar, schreiben die Autoren (Circulation 2011 online). Es kann auch dann den Blutdruck bei Kindern erhöhen, wenn sonst keine Risikofaktoren vorliegen. Die Heidelberger Ärzte warnen Eltern davor, ihre Kinder Tabakrauch auszusetzen, da dies langfristige schädliche Folgen haben könne.

Quelle: Ärztezeitung.de

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