[17. Mai 2011] Buch des Monats: Glücksspiel und Spielerschutz in Österreich
„Österreich war bislang eines der wenigen Länder in Europa, das keine repräsentative Erhebungen über das Glücksspielverhalten der Bevölkerung vorliegen hatte. Mit der von uns beauftragen Studie liegen uns nun spezifische Untersuchungen einzelner Glücksspielformen, Befragungen verschiedener Beteiligtengruppen und die Aufarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse und rechtlicher Rahmenbedingungen vor. Dies ist für uns die grundlegende Basis, um Präventionsprogramme und -angebote im Bereich der Glücksspielsucht zu entwickeln“, erläutert Christoph Lagemann, Obmann der Österreichischen ARGE Suchtvorbeugung, die Hintergründe der Studie, die jetzt im Lambertus-Verlag auch in Buchform erschienen ist.
In den Jahren 2009 bis 2011 wurde daher eine mehrmodulare Studie durchgeführt, in der die Allgemeinbevölkerung, ExpertInnen, SpielerInnen sowie das Personal von Glücksspielanbietern befragt worden sind. Auf der Grundlage dieser empirischen Ergebnisse können Empfehlungen für verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen für das Glücksspielwesen in Österreich formuliert werden. Zuwendungsgeber und Initiator der Studie ist die Österreichische ARGE Suchtvorbeugung, bei ihr lag auch die Projektleitung. Gefördert wurde die Untersuchung von den Österreichischen Lotterien.
Wichtige Studienergebnisse: Die Untersuchungen zeigen, dass, 0,4 % aller Befragten ein problematisches und 0,7 % ein pathologisches Spielverhalten nach DSM-IV (Klassifikationssystem für die Erfassung psychischer Störungen) aufweisen. Das sind insgesamt etwa 64.000 Personen. Nimmt man nur die Zahl jener, die im vergangenen Jahr an einem Glückspiel teilgenommen haben, so weisen 1% der Personen ein problematisches und 1,6 % ein pathologisches Spielverhalten auf. Das größte Gefährdungspotential der in Österreich angebotenen Glücksspiele besitzen laut Studie die Glückspielautomaten, gefolgt von Sportwetten und mit deutlichem Abstand die klassischen Casinospiele.
Diese Studie steht ab sofort in unserer Fachbibliothek zur kostenlosen Entlehnung zur Verfügung. Sie können die Publikation zu einem Preis von € 24,90 (bei Postversand zuzüglich € 3,50 Versandkosten) am Institut Suchtprävention auch käuflich erwerben.
Jens Kalke, Sven Buth, Moritz Rosenkranz, Christian Schütze, Harald Oechsler, Uwe Verthein, Glücksspiel und Spielerschutz in Österreich, Empirische Erkenntnisse zum Spielverhalten der Bevölkerung und zur Prävention der Glücksspielsucht, erschienen im Lambertus Verlag, Freiburg, 2011.



