[17. August 2011] Buch des Monats: Nikotin
„Ich habe in meinem Leben weit über hunderttausend Zigaretten geraucht. Jede dieser Zigaretten hat mir etwas bedeutet. Einige haben mir sogar geschmeckt. Ich habe geraucht, weil ich glücklich war, und ich habe geraucht, weil ich traurig war. Jede Zigarette hatte eine Funktion, sie war Zeichen, Medikament, Spielzeug, Accessoire, Pausenfüller, Stütze, Kommunikationsinstrument oder Meditationsobjekt. Manchmal war sie alles auf einmal. Ich rauche nicht mehr, aber es gibt immer wieder Momente, in denen ich an nichts anderes denken kann als an Zigaretten. Gerade ist so ein Moment.“
Schon am Beginn seines heuer erschienenen Buches „Nikotin“ bringt der deutsche Autor Gregor Hens seine Ambivalenz zum Thema Rauchen deutlich zum Ausdruck. In dem sehr persönlichen Essay reflektiert er mit gewitzter Sprache die Höhe- und Tiefpunkte im Leben eines Rauchers und gibt dabei Einblicke in die Vorgeschichte des Rauchens in der eigenen Familie.
„Hens raucht nicht mehr, aber er würde gerne, und ist zugleich saufroh, es nicht mehr zu tun. Das ist der Aberwitz der Sucht und guter Stoff für einen Erzähler, den die nüchterne Analyse allein nicht weiterbringt. Denn wer wollte vom stets betont weltläufigen Hens einen Ratgeber zur Rauchentwöhnung oder eine Fibel zum besseren Leben jenseits der Bio-Zigarette ohne Zusätze lesen?“ (Zeit Online)
Dieses Buch kann in unserer Fachbibliothek am Institut Suchtprävention (Bitte die geänderte Öffnungszeiten in den Sommerferien beachten!) kostenlos entlehnt werden.
Gregor Hens, Nikotin, erschienen 2011 im Verlag S. Fischer, Frankfurt a.M.




