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13.06.2017

Magersucht auch genetisch bedingt?


Magersucht könnte nicht nur psychische, sondern auch physische Ursachen haben. (Bild: fotolia)

Eine Forschergruppe der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat kürzlich in einer groß angelegten internationalen Untersuchung erstmals einen genetischen Zusammenhang bei der Entstehung von Magersucht nachweisen können. Es wurde ein Gen entdeckt, das für die Behandlung der Anorexia nervosa (Magersucht) von Bedeutung sein könnte. Im Zuge der Studie wurden knapp 3500 Anorexie-Patientinnen untersucht. Dabei wurde auf Chromosom 12 ein Gen entdeckt, das mit der Magersucht in Verbindung steht. „Diese Region wurde bereits mit Diabetes mellitus Typ 1 und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht“, erläutert Prof. Dr. Anke Hinney von der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der UDE in einer Aussendung. Magersucht könnte somit mit weiteren Erkrankungen verknüpft sein – wie etwa mit Schizophrenie bzw. Neurotizismus. Zudem gebe es Hinweise auf Überschneidungen zwischen Anorexia nervosa und Stoffwechselmechanismen wie Insulin-Glukose, weil sich die betreffenden Gene überlappen. Diese Entdeckungen könnten das bisherige Verständnis der Magersucht verändern: „Eine psychiatrische Störung mit einem physiologischen Hintergrund eröffnet völlig neue und bislang unerwartete Therapieoptionen“, wird Hinney zitiert. Außerdem könne eine genetische Ursache die Betroffenen entlasten.

 

Quellen und weiterführende Infos:

Mitteilung der Universität Duisburg-Essen: Gen für Anorexia nervosa nachgewiesen - Magersucht kann angeboren sein

ÄrzteZeitung: Sind die Gene Schuld an Magersucht

The American Journal of Psychiatry: Significant Locus and Metabolic Genetic Correlations Revealed in Genome-Wide Association Study of Anorexia Nervosa

 

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