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02.03.2017

Medikamente am Steuer: Gefahren werden unterschätzt


Medikamente am Steuer können die Fahrtüchtigkeit beeinflussen.

Fast jeder zweite Autolenker setzt sich laut einer Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) auch bei einer Erkrankung hinter das Steuer seines Fahrzeuges. Was dabei oft nicht bedacht wird: Die Einnahme von Medikamenten kann die Fahrtüchtigkeit im Straßenverkehr zum Teil stark beeinflussen.


Rund ein Drittel aller in Österreich zugelassenen Medikamente haben Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit. „Manche Medikamente könnten Einfluss auf das Urteilsvermögen und die Selbsteinschätzung haben. Fahruntüchtigkeit kann typischerweise durch die dämpfenden Wirkungen von Medikamenten auf das zentrale Nervensystem verursacht werden. Dies kann zu Fehleinschätzungen von Gefahrensituationen, wie beispielsweise durch vermindertes Reaktionsvermögen, führen“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV, in einer Aussendung des KFV.


450 „Face-to-Face-Interviews“, die das KFV mit österreichischen Pkw-Lenkern geführt hat, zeigen die Wissenslücken auf: Fast drei von 10 Befragten (29 Prozent) denken, dass sich die Einnahme von rezeptfreien Arzneimitteln problemlos mit dem Lenken eines Fahrzeuges verträgt. 38 Prozent der Befragten gaben an, den Beipackzettel selten oder nie bewusst zu lesen. Sie wissen weder über deren Nebenwirkungen noch die möglichen Beeinträchtigungen der Verkehrstüchtigkeit Bescheid. Dabei fühlte sich bereits jeder Fünfte nach der Einnahme von Heilmitteln schon einmal in seiner Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt. Das auf der Medikamentenschachtel aufgedruckte Warndreieck mit Rufzeichen ist nur 22 Prozent der Befragten bekannt. Immerhin fast die Hälfte der Befragten (43 Prozent) lenkt ein Auto auch bei Erkrankung.


Besonders kritisch sind die Auswirkungen von Präparaten mit einer mehrstündigen Wirkdauer auf die Fahrtauglichkeit. Dazu zählen vor allem Schlaf- und Beruhigungsmittel, die seit einigen Jahren immer häufiger bei Schlafstörungen verordnet werden. Tückisch ist hier der sogenannte Hangover-Effekt: Manche Präparate haben noch 16 Stunden nach der Einnahme eine Wirkung, die 0,5 bis 0,8 Promille Blutalkohol entspricht. Laut einer Studie des deutschen TÜV steigt das Unfallrisiko nach Einnahme eines Schlaf- oder Beruhigungsmittels um das 3,5-fache. Bei rezeptpflichtigen Schmerztabletten beträgt der Risikofaktor „nur“ 2,5, so das KFV.


Quellen und weitere Informationen:

Aussendung KFV: Gefährliche  Nebenwirkungen – Medikamente im  Straßenverkehr  können Fahrtüchtigkeit beeinflussen


Forum Gesundheit: Gefährliche Nebenwirkungen – Medikamente am Steuer

 

Foto: Pixabay.com lizenziert unter CC0 Public Domain