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15.05.2017

Premiere für die „Dialogwoche Alkohol“


Präsentierten die Dialogwoche Alkohol in OÖ: LR Mag. Christine Haberlander, Institutsleiter Christoph Lagemann (Mitte), OÖGKK-Obmann Albert Maringer (links) und Landesdrogenkoordinator Thomas Schwarzenbrunner (rechts).

Für viele Menschen in Österreich ist Alkohol ein Genussmittel, einige entwickeln jedoch riskante und problematische Konsummuster. Die damit verbundenen Folgen sind weitreichend, für die konsumierende Personen, ihr Umfeld und die Gesellschaft. Rund 5 % der erwachsenen Bevölkerung in Österreicher gelten als alkoholkrank, weitere 9 % konsumieren Alkohol in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß. Auf Oberösterreich umgelegt konsumieren rund 200.000 Personen Alkohol in einem problematischen bzw. abhängigen Ausmaß.

Zum ersten Mal findet in Österreich vom 15. bis zum 21. Mai 2017 eine "Dialogwoche Alkohol" statt. Diese Präventionskampagne soll künftig alle zwei Jahre stattfinden. Das Motto der Premierenwoche 2017 lautet: „Wie viel ist zu viel? Ziel dieser ersten großen Präventionskampagne zum Thema Alkohol ist es, zu informieren, zu sensibilisieren, zu Gesprächen anzuregen und dazu zu motivieren, über den eigenen Alkoholkonsum nachzudenken. Bei den Botschaften geht es nicht darum, den Alkoholkonsum pauschal zu problematisieren, sondern riskante Konsummuster aufzuzeigen und Wissenslücken zum Thema Alkohol zu schließen. Die Kampagne bietet zudem den Rahmen für über 200 Veranstaltungen in allen Bundesländern.

Am 12. Mai wurde in Linz im Rahmen einer Pressekonferenz auf die Dialogwoche aufmerksam gemacht: Gesundheitslandesrätin Mag.a Christine Haberlander, Institutsleiter und ARGE Suchtvorbeugung Obmann Christoph Lagemann, OÖ GKK Obmann Albert Maringer und Landesdrogenkoordinator Thomas Schwarzenbrunner unterstrichen dabei die Bedeutung präventiver Maßnahmen im Zusammenhang mit problematischem Alkoholkonsum. 

Auf der zur Dialogwoche eingerichteten Homepage www.dialogwoche-alkohol.athttp://www.dialogwoche-alkohol.at finden sich neben einer Auflistung aller Veranstaltungen in ganz Österreich auch zahlreiche wissenswerte Fakten zum Thema Alkohol, Statements von Prominenten, Informationen zu den einzelnen Aktionen in den Bundesländern sowie hilfreiche Tipps und ein Alkohol-Selbsttest, der auch bundesweit in gedruckter Form - mittels handlicher Faltkarten – verteilt wird.

 

„Die Dialogwoche Alkohol, als wichtiger Beitrag zur Prävention, ist eine gute Gelegenheit, unsere Trinkkultur zu reflektieren und einzuschätzen, in welchen Grenzen der Konsum von Alkohol maßvoll und gesundheitsverträglich ist“, so Gesundheitslandesrätin Mag.a Christine Haberlander, neben der OÖ GKK und dem Institut Suchtprävention die Kooperationspartnerin für die Dialogwoche in Oberösterreich.

„Es gibt viele Menschen, die schwerwiegende gesundheitliche Probleme aufgrund ihres Alkoholkonsums erleiden. Dies betrifft nicht nur sie selbst, sondern auch ihr gesamtes Umfeld, wie zum Beispiel die Familie. Daher ist es wichtig, einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol vorzuleben und auch als Erziehungsaufgabe wahrzunehmen.“, erläutert Christoph Lagemann, Leiter des Instituts Suchtprävention und Obmann der Österreichischen ARGE Suchtvorbeugung, dem Initiator der Dialogwoche Alkohol.

Eines der Gesundheitsziele für OÖ lautet „Suchtprävention verstärken“. Dabei geht es neben der Steigerung der Erreichbarkeit der Bevölkerung mit suchtpräventiven Maßnahmen auch speziell um die Erreichbarkeit der oberösterreichischen Jugendlichen in Bezug auf alkoholspezifische Maßnahmen. „Alkoholkonsum ist in unserer Gesellschaft Teil des Kultur- und Sozialverhaltens. Aus diesem Grund ist es von großer Wichtigkeit, Jugendlichen einen sorgsamen und verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol näherzubringen“ so die Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander.

Jährlich werden vom Institut Suchtprävention über 4.000 Jugendliche mit alkoholspezifischen Präventionsmaßnahmen wie dem „Workshop Alkohol“ oder Angeboten wie „Talk about…“, „Drive Clean“ oder der alkoholfreien Cocktailbar „Barfuss“ erreicht. Wirksame Suchtprävention ist integriert in den Alltag und setzt dabei auf unterschiedliche Strategien, wie etwa den Lebenskompetenzansatz. Dazu zählt beispielsweise die Stärkung von Fähigkeiten wie Konfliktlösung, Kommunikationsfähigkeit, einem guten Umgang mit Gefühlen usw. Zudem setzt die professionelle Suchtprävention stark auf den Multiplikatoren-Ansatz. Das heißt, sie bildet Personen, die in relevanten Lebensumfeldern tätig sind (z.B. Lehrer/innen, Jugendarbeiter/innen, Schlüsselpersonen in Betrieben, Ehrenamtliche in Gemeinden, usw.), zu Multiplikator/innen aus. Dies sind Personen, die einerseits Kompetenzen im Bereich Suchtprävention besitzen und andererseits die Funktion der Anwaltschaft in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen übernehmen können und somit die Präventionsthemen in relevante gesellschaftliche Felder hineintragen und umsetzen. „Aber auch unser Umgang mit Alkohol im Sinne einer Vorbildwirkung für Jugendliche ist sehr wichtig“, betont Christine Haberlander, „da sie den Umgang mit Alkohol so praktizieren, wie wir Erwachsene dies vorleben.“

In Oberösterreich gibt es dank der guten Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen mittlerweile ein umfassendes Angebot im Bereich der Alkoholprävention. Dieses beinhaltet sowohl substanzunspezifische Lebenskompetenzprogramme als auch alkoholspezifische Workshops, Seminare, Vorträge, Unterrichtseinheiten usw. So werden beispielsweise zahlreiche Präventionsangebote des Instituts Suchtprävention in Oberösterreich auch in Kooperation bzw. unter finanzieller Mithilfe der OÖ Gebietskrankenkasse umgesetzt. Für Albert Maringer, Obmann der OÖ Gebietskrankenkasse ist das Thema Prävention von großer Bedeutung und betont die sinnvolle und erfolgreiche Kooperation auf diesem Gebiet: „Wir wollen die Substanz Alkohol nicht dämonisieren, weil die Frage eine andere ist: Wie schaffen wir Menschen einen gesunden Umgang damit? Die Dialogwoche Alkohol stellt exakt diese Frage in den Vordergrund. Die OÖGKK ist aus Überzeugung mit dabei. Und aus Erfahrung wissen wir: Das Institut Suchtprävention ist nicht nur in Theorie und Forschung exzellent, sondern bringt die Maßnahmen auch mit viel Gespür erfolgreich unter die Leute – in allen Settings und Lebenslagen: Seit Jahren unterstützt uns das ISP beim Vereinscoaching im Fußballbereich mit Ideen wie der kultigen „Barfuß-Bar“ oder Infomaterialien und Workshops für die Fußballtrainer. Ein Novum ist der Workshop „Starke Eltern von Anfang an“, der Paare auf das Elternsein vorbereitet. In den Schulen sind wir gemeinsam mit Workshops präsent zu Themen wie Alkohol, Ernährung oder Rauchen. Und mit der Kampagne „Handeln statt Wegschauen“ können wir das Alkohol- und Suchtgiftmissbrauch in den Betrieben nach und nach aus der Tabuzone bringen.“

Wenn der Umgang mit Alkohol zum Problem wird, kann ein Gespräch Klarheit und Orientierung geben.“ betont Landesdrogenkoordinator Thomas Schwarzenbrunner Die Alkoholberatung des Landes OÖ ist Teil der Gruppe Sucht- und Drogenkoordination der Abteilung Gesundheit des Landes Oberösterreich und bietet kostenlose und vertrauliche Informations- und Beratungsangebote. „Die Beratungsangebote sind sowohl suchtbegleitend als auch abstinenzorientiert und werden im Einzel-, Paar-, Familien- und Gruppensetting umgesetzt.“, so Schwarzenbrunner, der auch darauf verweist, dass sich die Angebote der Alkoholberatung nicht nur an Personen mit problematischem Alkoholkonsum richten, sondern auch an Angehörige von Menschen mit Alkoholproblemen sowie Vertreter/-innen von Einrichtungen, Behörden und Betrieben, sowie andere Interessierten.

Die „Dialogwoche Alkohol“ ist eine bundesweite Initiative der Österreichischen ARGE Suchtvorbeugung in Kooperation mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträgern und dem Fonds Gesundes Österreich. In Oberösterreich koordiniert das Institut Suchtprävention als Fachstelle für Suchtvorbeugung in OÖ die Dialogwoche Alkohol.