FreD goes net – Früherkennung erstauffälliger DrogenkonsumentInnen
Das Institut Suchtprävention vertritt Österreich im Rahmen des europäischen Projektes "FreD goes net" (FreD = Früherkennung erstauffälliger Drogenkonsument/innen). Das Frühinterventionsprojekt wurde in Deutschland entwickelt und wird aufgrund sehr guter Evaluationsergebnisse nun EU-weit in 17 Ländern durchgeführt.
Neben Belgien, Zypern, Deutschland, Dänemark, England, Irland, Island, Lettland, Litauen, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Schweden, Slowenien, der Slowakei und Rumänien, wird "FreD goes net" im Projektzeitraum November 2007 bis Oktober 2010 auch in Österreich erprobt.
Das Pilotprojekt wird vorerst in den Bezirken Linz, Linz-Land, Steyr und Steyr-Land durchgeführt. Über eine Ausweitung auf das ganze Bundesland bzw. Gesamt-Österreich wird erst Ende 2010 entschieden, wenn die Erfahrungen mit "FreD goes net" ausgewertet werden.
Ziel des Projektes ist es, junge Drogenkonsument/innen zwischen 16 und 23 Jahren, die mit ihrem Substanz-Konsum erstmals (polizeilich) auffällig werden, zu erreichen.
Werden junge Drogenkonsument/innen erst- oder zweitmalig angezeigt, werden sie direkt von der Polizei über die Möglichkeit, einen "FreD"-Kurs zu besuchen, informiert. Die Teilnahme daran soll sich auf die weitere Behandlung des Delikts positiv auswirken.
Der Kurs umfasst insgesamt acht Stunden (4 x 2 Stunden) und wird in Sucht- und Drogenberatungsstellen in Linz und Steyr stattfinden. Bevor die Interessierten einer Gruppe zugeteilt werden, erfolgt ein "Abklärungsgespräch", in dem geprüft wird, ob diese Intervention für den/die Betroffene/n geeignet ist bzw. seitens der BeraterInnen eine andere Maßnahme vorgeschlagen wird. Voraussetzung für die Teilnahme am "FreD"-Programm ist, dass das Drogendelikt einen vorzeitigen Rücktritt von der Verfolgung möglich macht.
In Form eines speziellen Gruppenangebots werden relevante Informationen zu Risiken und Nebenwirkungen des Konsums bzw. die Wirkungen der verschiedenen Substanzen, rechtliche Konsequenzen des Konsums, sowie zu Maßnahmen der "harm reduction" und zu den verschiedenen Hilfseinrichtungen vermittelt. Darüber hinaus wird die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum(muster) und eine Reflexion der Vor- und Nachteile des Konsums angeregt.
Als KooperationspartnerInnen konnten neben den regionalen Sucht- und Drogenberatungsstellen, sowie TrägerInnen lokaler Präventionsprojekte, erfreulicher Weise auch die Polizei, die Gesundheitsbehörden bzw. die AmtsärztInnen und die Staatsanwaltschaft gewonnen werden.
Das Projekt "FreD goes net" wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms öffentliche Gesundheit gefördert.
Weitere Infos
|