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Alkoholkonsum und Alkoholismus in Österreich

Alkohol-Pro-Kopf-Konsum

Der Pro-Kopf-Konsum der österreichischen Bevölkerung (16 bis 99 Jahre) an reinem Alkohol hat im Jahr 2007 im Durchschnitt 12,9 Liter betragen. Das entspricht einer konsumierten Menge von 28 Gramm Reinalkohol pro Tag. Nachdem in den Nachkriegsjahren der Durchschnittskonsum mit steigendem Wohlstand bis Mitte der 70er-Jahre kontinuierlich angewachsen war (Maximum 1973: 15,6 Liter/Jahr = 34 Gramm/Tag), ist seit dieser Zeit ein leichter, aber stetiger Rückgang zu beobachten.

 

Entwicklung des Pro-Kopf-Konsums der 16- bis 99-jährigen Bevölkerung von reinem Alkohol in Österreich (geglättet), aus Handbuch Alkohol, Uhl et al., 2009:
 

Will man Österreichs Alkoholkonsum international vergleichen, muss man bedenken, dass die Zahlen in jedem Land unterschiedlich erhoben werden. So bleibt manchmal offiziell nicht erfasster Alkoholkonsum (Dunkelziffer) unberücksichtigt, manchmal wird ein unrichtiger Alkoholgehalt von alkoholischen Getränken angenommen und manchmal werden die Pro-Kopf-Berechnungen auf die Gesamtbevölkerung bezogen, statt auf die trinkende Bevölkerung ab 16 Jahren (Kinder und Jugendliche nehmen ja kaum in nennenswertem Maße Alkohol zu sich). Die Daten aus den "World Drink Trends" legen nahe, dass Österreich bezüglich des durchschnittlichen Alkoholkonsums im Mittelfeld der mittel- und südeuropäischen Staaten liegt. Über einen langjährigen Beobachtungszeitraum lässt sich feststellen, dass alkoholbezogene Trends und Verlaufszahlen in Österreich mit den Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland stark parallel verlaufen.

Trinkgewohnheiten der ÖsterreicherInnen

Bevorzugtes Getränk der österreichischen Bevölkerung ist Bier, wobei Bier vor allem von Männern getrunken wird, während Frauen mehr Wein konsumieren. Bier wird außerdem eher im Westen Österreichs und von jungen Menschen getrunken. Circa ein Drittel des konsumierten Reinalkohols wird von Alkoholabhängigen verbraucht, ein weiteres Drittel von Personen, die Alkohol in gesundheitsgefährdendem Ausmaß konsumieren – jedoch (noch) nicht abhängig sind – und das letzte Drittel konsumieren Personen, deren Trinkgewohnheiten als gering bis mäßig gelten.

Ungefähr ein Viertel der erwachsenen österreichischen Bevölkerung ist zur Gruppe der Abstinenten zu rechnen. Ungefähr 17 Prozent trinken in gesundheitsgefährdendem Ausmaß. Der Rest nimmt Alkohol in geringen bzw. mittleren Mengen zu sich. Vier Prozent der Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren nehmen täglich Alkohol zu sich. Den höchsten Anteil an täglich Trinkenden weist die Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen auf (17 Prozent bei Männern und 6 Prozent bei Frauen). Die Alkoholkonsumgewohnheiten der Österreicherinnen und Österreicher scheinen seit den 70-er Jahren relativ stabil zu sein und unterliegen nur langfristig Veränderungen. Es lassen sich jedoch nur Tendenzen festmachen, wie z.B. der oben schon erwähnte leichte Rückgang des Durchschnittkonsums.

Geschlechtsspezifische Konsumgewohnheiten

In allen Altersgruppen trinkt die männliche Bevölkerung Österreichs mehr als die weibliche. Während 77 Prozent der Frauen abstinent leben oder Alkoholmengen zu sich nehmen, die als nicht gesundheitsgefährdend einzustufen sind, beträgt dieser Anteil bei den Männern nur 58 Prozent. Hingegen befinden sich 23 Prozent der Männer, aber nur 11 Prozent der Frauen mit ihren Trinkgewohnheiten in einem Bereich, der als eindeutig gesundheitsschädigend bezeichnet werden kann.

 

Auch Ursache und Verlauf von Alkoholabhängigkeit weisen geschlechtsspezifische Unterschiede auf:

  • „Primärer Alkoholismus“, entwickelt sich infolge übermäßigen Alkoholkonsums (Primärproblematik) - meist vergleichsweise langsam, wobei in der Folge psychische, körperliche und soziale Probleme (Sekundärproblematik) auftreten; kommt kulturbedingt vor allem bei Männern vor.
  • „Sekundärer Alkoholismus“, entsteht, wenn Personen infolge psychischer, körperlicher und/oder sozialer Auffälligkeiten (Primärproblematik) beginnen, in großem Umfang Alkohol zur Selbstmedikation einzusetzen (Selbstmedikationshypothese) und dann - meist recht rasch - vom Alkohol abhängig werden (Sekundärproblematik); betrifft Frauen und Männer gleichermaßen.

Generell lässt sich sagen: Weiblicher Alkoholismus ist weit seltener als männlicher (Verhältnis 3:1). Der Beginn des Problemkonsums bei Frauen setzt durchschnittlich viel später ein und die Suchtentwicklung geht nach Beginn des Problemkonsums bei Frauen weit rascher vor sich.

Wie viele Alkoholabhängige gibt es in Österreich?

Circa fünf Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ab dem 16. Geburtstag sind als "chronische Alkoholiker" zu klassifizieren, was in absoluten Zahlen rund 350.000 Staatsbürgern - ein Viertel Frauen, drei Viertel Männer -  entspricht.

 

Im Laufe des Lebens werden rund zehn Prozent der Österreicher alkoholkrank (vgl. Handbuch Alkohol, Uhl et al. 2009). Auf die Geschlechter aufgeteilt heißt das, dass jeder 7. Mann und jede 20. Frau in Österreich im Verlauf seines/ihres Lebens alkoholabhängig wird.

Pro Jahr erkranken rund 0,2 Prozent der Männer, 0,06 Prozent der Frauen bzw. 0,13 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher neu an chronischem Alkoholismus (Inzidenz), das entspricht in etwa 10.000 Neuerkrankungen pro Jahr.

Todesfälle in Zusammenhang mit Alkohol

Pro Jahr sterben in Österreich rund 100 Personen an einer Alkoholvergiftung. Diese sind als „Alkoholtote im engsten Sinne“ zu bezeichnen. Von den 80.000 Österreichern, die pro Jahr sterben, sind 10 Prozent (d.h. 8.000 Personen) Alkoholiker. Da diese durchschnittlich um 20 Jahre früher sterben, kann man auch diese als „Alkoholtote im Sinne von verstorbenen Alkoholikern“ bezeichnen.