Gebrauch - Missbrauch - AbhängigkeitUnter Medikamentenmissbrauch versteht man die "einmalige, mehrmalige oder ständige Verwendung eines Medikaments ohne ärztliche Indikation oder in übermäßiger Dosierung". Die Übergänge zwischen angemessenem Gebrauch einerseits und Missbrauch und Abhängigkeit anderseits verlaufen fließend. Ein gewisses Problem stellt hier die überdurchschnittliche Verschreibung von Benzodiazepinen an ältere Personen dar. Benzodiazepine werden immer noch häufiger von Frauen als von Männern verwendet, was wohl daher rührt, dass Männer eher ungern zum Arzt gehen und überdies meist den Alkohol bevorzugen, wenn sie ihre Ängste lindern wollen. Der Medikamentenmissbrauch ist nicht gleichzusetzen mit Abhängigkeit. Die Medikamentenabhängigkeit kommt grundsätzlich in zwei Formen, nämlich in der Niedrigdosis- und der Hochdosisabhängigkeit vor. Abhängigkeit von niedrigen DosenVon einer Niedrigdosisabhängigkeit spricht man, wenn jemand ein therapeutisch verordnetes Medikament, zum Beispiel wegen Symptomen wie Angst, Schlaflosigkeit, Nervosität, usw., über längere Zeiträume (einige Monate) einnimmt und sich eine körperliche Abhängigkeit einstellt. Die Patienten zeigen kein süchtiges Verhalten, bekommen aber Beschwerden beim Absetzen der Medikamente, was dann meist zu deren weiteren Einnahme führt. Abhängigkeit von hohen DosenBei dieses Abhängigkeitsform werden die Medikamente zumeist nicht wegen aktueller Beschwerden eingenommen, sondern weil ihre Wirkung als euphorisierend erlebt wird. Es entwickelt sich neben der körperlichen auch eine psychische Abhängigkeit. Dieser euphorisierende Effekt tritt üblicherweise bei therapeutischer Anwendung nicht auf und ist nur bei besonders disponierten Menschen zu finden. Dazu gehören vor allem Personen, die bereits eine Abhängigkeit von anderen Substanzen aufweisen, also beispielsweise Alkoholkranke oder Drogenabhängige. Epidemiologie der ArzneimittelabhängigkeitWas die Häufigkeit und geografische Verteilung bezüglich der Arzneimittelabhängigkeit angeht, existieren in Österreich keine Untersuchungen. Das Sozialministerium schätzt, dass die Anzahl der heimischen Arzneimittelabhängigen zwischen 130.000 und 160.000 Personen liegt. Diese Personen nehmen vorwiegend Schlaf- und Beruhigungsmittel, Schmerzmittel, Aufputschmittel bzw. Appetitzügler und codeinhältige Hustenmittel ein. |




