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Was ist Sucht?

Sucht - Erweitertes Problemverständnis

Das Wort "Sucht" leitet sich aus dem germanischen "siech" ab, das ursprünglich auf Siechtum und Krankheit hinwies, und hat sich vermutlich erst im 19. Jahrhundert zu einem moralisch besetzten Begriff gewandelt.

Lange Zeit wurde der Begriff "Sucht" vor allem mit körperlicher, substanz-gebundener Abhängigkeit gleichgesetzt. Nun wird es allerdings immer üblicher, den Begriff "Sucht" auch auf psychische und soziale Abhängigkeit sowie auf nicht-substanzgebundene Süchte, also Verhaltenssüchte wie Spielsucht, Fernsehsucht, Fettsucht, Magersucht, Sexsucht usw. auszu-dehnen.

Um der Gefahr der Beliebigkeit des Suchtbegriffs entgegenzuwirken, ist es allerdings notwendig, auch in Zusammenhang mit nicht-substanzgebundenen Süchten eine klare Grenze zu ziehen und darauf zu bestehen, dass "Sucht" Krankheitscharakter hat. "Sucht" darf nicht einfach mit "Gewohnheit" oder "Problemverhaltensweisen, die (noch) der willentlichen Kontrolle des Subjekts unterliegen" gleichgesetzt werden. Von "Sucht" sollte man nur sprechen, wenn das zu Grunde liegende Problemverhalten zu einem eigendynamischen, zwanghaften Verhalten wird. Die Begriffe Sucht und Abhängigkeit werden hier synonym verwendet.