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Party-Drogen

Designer-Drogen und "synthetische Drogen"

Der Begriff "Designer-Jeans" leitet sich davon ab, dass bestimmte Mode-schöpfer die alte Gestalt der amerikanischen Cowboyhosen verändern – meist ohnehin nur durch ein Firmenetikett – und diese Kleidungsstücke dann als eigene Kreation entsprechend teuer vermarkten. Ähnlich können geschickte Chemiker mit chemischen Formeln und Strukturen umgehen. Wenn man etwa am Amphetamin- oder am Morphin-Molekül eine Seitenkette verändert oder einen Ersatz in die Amphetaminstruktur einführt, entstehen neue Substanzen mit ähnlicher Wirkung wie die Ausgangssubstanz, bisweilen aber mit intensivierter oder qualitativ veränderter Wirkung. Auf diese Weise können unzählige neue Stoffe entstehen. Alexander Shulgin, der als Pharmakologe in diesem Feld tätig war, beschreibt in sein-+em Buch „Phikal“ etwa 300 solcher Substanzen. Die neu geschaffenen Stoffe werden auf den Schwarzmarkt gebracht und finden dort ihre Abnehmer. Für die „Designer“ der neuen Drogen ergibt sich aus dieser Handlungsweise der Vorteil, dass sie nicht nach dem Suchtgiftgesetz belangt werden können, da die von ihnen kreierten Stoffe (noch) nicht in der Liste der Suchtgifte bzw. der verbotenen Substanzen aufscheinen. Ein weiterer Aspekt des „Designs“ besteht darin, dass die Stoffe unter fantasiereichen Namen, mit verschiedenen Logos und in vielen unüblichen Gestalten angeboten werden.

Prinzipiell stellen die Designer-Drogen ein erhebliches Risiko dar. Auf das Problem, das die unterschiedliche Zusammensetzung der Stoffe mit sich bringt, wurde bereits hingewiesen. Die Substanzen sind unbekannt, es bestehen keine Gebrauchsregeln, keine geprüften Dosierungsvorschläge; sie sind nicht notwendigerweise zuerst im Tierversuch und dann in der klinischen Prüfung am Menschen geprüft. Die Bestrebungen, diese Entwicklung auf internationalem Niveau unter Kontrolle zu bringen, hat zur Etablierung eines "Frühwarnsystems" geführt: An die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) in Lissabon werden Meldungen über das Auftauchen neuer Substanzen gerichtet. Von dort aus wird ein Bewertungs- und Begutachtungsverfahren eingeleitet, um das Risiko dieser Substanzen einschätzen zu können. Diese Bewertung muss rasch erfolgen, um die entsprechenden Kontrollmaßnahmen kurzfristig etablieren zu können.

Hat das Bewertungsverfahren dazu geführt, das die Substanzen identifiziert sind und in die Liste der kontrollierten Stoffe aufgenommen wird, verliert diese den "Designer-Drogen-Status". Da es sich bei diesen Stoffen regelmäßig um solche handelt, die in Labors hergestellt (synthetisiert) werden, hat es sich eingebürgert von "synthetischen Drogen" zu sprechen. Da die Substanzen im Allgemeinen in der Freizeit gebraucht werden, vorzugsweise bei Tanzveranstaltungen aber in zunehmendem Maße auch in Privatwohnungen, werden sie auch "Party-Drogen" genannt. Der wichtigste Drogentypus, der in diesem Kontext in den beiden letzten Jahrzehnten Bedeutung erlangt hat, ist der ECSTASY- oder XTC-Typus.