Thema Mehrfachabhängigkeit (Polytoxikomanie)
Lediglich Alkohol-Abhängige gebrauchen zum überwiegenden Teil nur ihre eigene Droge, wenngleich auch in diesem Bereich eine zunehmende Tendenz zu erkennen ist, den Gebrauch von Alkohol mit dem von Beruhigungsmitteln (Tranquilizern) zu kombinieren. Dieses neue Gebrauchsmuster war früher fast ausschließlich bei Frauen zu beobachten, greift aber mehr und mehr auch auf männliche Alkoholkranke über.
Illegaler Drogengebrauch in der Drogenszene hingegen folgt zumeist dem Muster des Mischkonsums und der Mehrfachabhängigkeit. Diesem Phänomen liegen mehrere Ursachen zu Grunde:
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persönliche: Ein gerade messbarer prozentueller Anteil der Bevölkerung neigt dazu, alle erdenklichen Drogen auszuprobieren und dazu noch in stärkerem Ausmaß Alkohol zu konsumieren. Nach einer vor kurzem durchgeführten Untersuchung lassen ein bis zwei Prozent der 15- bis 40-jährigen Österreicherinnen und Österreicher diese Neigung erkennen.
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Ökonomie des Schwarzmarktes: In der Drogenszene sind die Märkte für verschiedene illegale Drogen nicht getrennt. Das führt dazu, dass im-mer jene Drogen gekauft und gebraucht werden, die gerade angeboten werden. Dieses Verhalten wird außerdem durch mangelndes Wissen aufseiten der Konsumenten gefördert.
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Individuelle Ökonomie: Personen, die von Substanzen mit hohem Schwarzmarktwert (Kokain, Heroin) abhängig sind, können es sich meistens nicht leisten, regelmäßig ausschließlich diese eine Substanz zu erwerben. Sie sind dazu gezwungen, zeitweilig billigere Drogen mit ungefähr gleicher Wirkung zu nehmen oder auf Substanzen auszuweichen, die Entzugserscheinungen unterdrücken können.
Als Folge davon entwickelt sich schließlich eine Mehrfachabhängigkeit. Dieser Zustand stellt ein erhebliches medizinisches Problem dar, da die Entzugssyndrome bei Mehrfachabhängigkeit wesentlich komplizierter verlaufen als etwa im Fall einer „reinen Heroinabhängigkeit“. Generell führt Mischabhängigkeit bei den Betroffenen zu einem sehr ausgeprägten und raschen körperlichen, geistigen und sozialen Verfall. |