Stechapfel - legale Droge
Der Stechapfel enthält in allen Teilen ein Gemisch von Tropanalkaloiden, deren Gehalt zwischen 0,2 - 0,6 Prozent schwankt. Der Anteil von Atropin (Stimulanzie, die bis hin zu Tobsucht und Raserei führen kann) ist eher gering. Der Anteil von Scopolamin (ein Halluzinogen) ist sehr hoch.
Atropin ist eigentlich ein Gemisch aus zwei Chemikalien, dem (S)-Hyoscyamin und dem (R)-Hyoscyamin. Die Pflanze kann aber selbst nur die Substanz (S)-Hyoscyamin bilden, die sich jedoch durch Umwelteinflüsse in (R)-Hyoscyamin verändert. Ein Gemisch, das aus gleichen Teilen von (S)- und (R)-Hyoscyamin besteht, bezeichnet man als Atropin oder auch als (R,S)-Hyoscyamin.
Atropin hemmt das an bestimmten Nervenenden freigesetzte Azetylcholin, einen "Neurotransmitter", indem es die chemischen Positionen (Rezeptoren) blockiert, auf die der Überträgerstoff von Nervenimpulsen einwirkt. Die Körperbewegungen werden nicht gehemmt. Die Wirkung erfasst vor allen Dingen folgende Lebensvorgänge: Verdauung, Speichelsekretion, Herzschlag, Pupillenkonzentration. Scopolamin dämpft das Zentralnervensystem.
Aufnahme / Wirkungsdauer
Pflanzenteile bzw. Samen der Stechapfelfrucht als Sud gepresst oder als Tee aufgekocht. Schon das Inhalieren der Dämpfe der trompetenartigen Blüten kann gesundheitsschädlich sein.
Zwei bis vier Stunden nach der Aufnahme können Halluzinationen auftreten, die mitunter sehr lange anhalten (sechs bis 36 Stunden!).
Rausch
Der Wirkstoff Scopolamin ist hochgradig halluzinogen. Es bewirkt eine Auflösung des Zeitempfindens, die sich bis in psychoseähnliche Zustände steigern können. Angstzustände und Unruhe können hinzukommen. Der Konsument bleibt in einer Art halbwachem Zustand mit real wirkenden Halluzinationen, ist aber noch in der Lage zu sprechen und zu denken. Userberichten zu Folge ist während eines von scopolamin- und atropin-haltigen Pflanzen verursachten Rausches ein säuerlicher Geschmack in der Mundhöhle zu bemerken.
Körperliche Wirkungen / Risiken während des Rausches
Hautrötung und Pulsbeschleunigung, wie bei einer Tollkirschen-Vergiftung, können wegen des niedrigeren Atropingehalts fehlen. Körperliche Wirkungen können sein: stark erweiterte Pupillen, fehlendes Erbrechen, Schluck- und Sprachstörungen, Mundtrockenheit, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen, motorische Unruhe, Weinkrämpfe und Rededrang, im schlimmsten Fall auch Herzrhythmusstörungen und komatöse Zustände, Bewusstlosigkeit und Tod durch Atemlähmung.
Achtung: Der Stechapfel ist hochgiftig, weswegen von einer Berauschung mit ihm deutlich abzuraten ist, da der Wirkstoffgehalt von Pflanze zu Pflanze schwankt. Schon ab 15 Stechapfelsamen sind tödliche Komplikationen zu erwarten. Auch Teeaufgüsse können noch hohe Anteile des Giftes enthalten. Im Normalfall sind 50 mg des Wirkstoffes Scopolamin tödlich, aber der Tod tritt mitunter - wenn nicht sofort eine ärztliche Behandlung erfolgt - auch schon bei geringeren Dosen durch die Nebenwirkungen ein (Atemlähmung, Ersticken). |