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Tollkirsche - legale Droge

Die Tollkirsche (Atropa belladonna) gehört zu der Familie der Nachtschatten-gewächse. Die strauchähnliche Pflanze blüht von Juni bis August und wird bis zu zwei Meter hoch. Die schwarzen, kirschenähnlichen Beeren werden sehr ungleichmäßig reif. Die Tollkirsche enthält in allen Teilen ein Gemisch von Tropanalkaloiden, deren Gehalt zwischen 0,2 - 0,6 Prozent schwankt. Der Anteil von Atropin (Stimulanzie, die bis hin zu Tobsucht und Raserei führen kann) ist sehr hoch und schon zehn Beeren sind tödlich. Hyscoamin ist nur sehr gering enthalten.

Atropin

Atropin ist eigentlich ein Gemisch aus zwei Chemikalien, dem (S)-Hyoscyamin und dem (R)-Hyoscyamin. Die Pflanze kann aber selbst nur die Substanz (S)-Hyoscyamin bilden, die sich aber durch Umwelteinflüsse in (R)-Hyoscyamin veändert. Ein Gemisch, das aus gleichen Teilen von (S)- und (R)-Hyoscyamin besteht, bezeichnet man als Atropin oder auch als (R,S)-Hyoscyamin.

Atropin hemmt das an bestimmten Nervenenden freigesetzte Azetylcholin, einen "Neurotransmitter", indem es die chemischen Positionen (Rezeptoren) blockiert, auf die der Überträgerstoff von Nervenimpulsen einwirkt. Die Körperbewegungen werden nicht gehemmt.

Die Wirkung erfasst vor allen Dingen folgende Lebensvorgänge: Verdauung, Speichelsekretion, Herzschlag, Pupillenkonzentration

Hyoscamin

Hyoscamin ist ein Halluzinogen.

Aufnahme / Wirkungsdauer

Pflanzenteile bzw. Beeren der Tollkirsche werden als Sud gepresst oder als Tee ausgekocht.

Rausch

Die Nebenwirkungen sind stärker als der Rausch. Gesteigertes Tastgefühl und geringe Halluzinationen. Userberichten zu Folge ist während eines von scopolamin- und atropinhaltigen Pflanzen verursachten Rausches ein säuerlicher Geschmack in der Mundhöhle zu bemerken.

Körperliche Wirkungen / Risiken während des Rausches

Hautrötung und Pulsbeschleunigung, stark erweiterte Pupillen, Schluck- und Sprachstörungen, Mundtrockenheit, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen, motorische Unruhe, Weinkrämpfe und Rededrang, im schlimmsten Fall auch Herzrhythmusstörungen und komatöse Zustände, Bewusstlosigkeit und Tod durch Atemlähmung.