Lehrlingsförderung bringt allen etwas
Unser Institut bietet seit dem Jahr 2002 verstärkt Angebote im Lehrlingssektor an. Dass dieser Schritt längst überfällig war, beweist ein Blick auf die Konsumzahlen legaler und illegaler Substanzen. Wie sich in mehreren Studien feststellen lässt, rauchen Lehrlinge häufiger, trinken mehr Alkohol und konsumieren mehr illegale Substanzen als gleichaltrige Schüler. Die Ursachen sind vielfältig und hängen von persönlichen Risikofaktoren ebenso ab, wie von der jeweiligen Umgebung des Einzelnen sowie dem individuellen Umgang mit Suchtmitteln.
Lehrlinge sind Jugendliche und befinden sich damit selbst noch in einer Lebensphase, in der Konsummuster und Einstellungen zu psychoaktiven Substanzen entwickelt und festgelegt werden. Ähnlich wie im Jugendsektor geht es daher bei der Suchtprävention im Lehrlingswesen ebenfalls um die Förderung persönlicher Fähigkeiten, die vor Sucht schützen können. Besonders wichtig in diesem Zusammenhang sind allerdings auch die strukturellen Vorbeugungsmaßnahmen sowie der Umgang mit Suchtmitteln innerhalb jener Betriebe, die Lehrlinge ausbilden.
Individuelle und strukturelle Ebenen
Wenn zwischen Lehrlingen und Lehrlingsausbildnern eine gute persönliche Beziehung besteht und die Ausbildner ihre Lehrlinge nicht nur fachlich, sondern auch menschlich fördern, dann ist das ein entscheidender Beitrag zur Prävention. Die Lehrlingsausbildner sind während der Lehrzeit wichtige Begleiter der Jugendlichen - und Vorbilder. Sie sollten sich mit den Lebenswelten junger Menschen auseinandersetzen und um die anstehenden Entwicklungsschritte in dieser Lebensphase Bescheid wissen. Denn schließlich profitieren vom Erweitern der Konflikt-, Kommunikations-, Selbstwert- und Genussfähigkeit nicht nur Lehrlinge.
In einem Betrieb ist jedoch nicht nur die Umsetzung individueller Maßnahmen eine Grundvoraussetzung für das Gelingen von Suchtprävention. Auch auf der strukturellen Ebene muss agiert werden: Es sollte daher innerhalb einer Firma Klarheit über den Umgang mit Suchtmittel herrschen. Wesentlich für die Glaubwürdigkeit von Regeln ist, dass diese für alle Mitarbeiter gleich gelten und Lehrlinge nicht zur einer „präventiven Ausnahmegruppe“ ernannt werden.
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