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Vom Gebrauch der Drogen

Vom Gebrauch der Drogen

Wer konsumiert welche Substanz in welchem Alter? Welche sozialen Rahmenbedingungen spielen dabei eine Rolle und welche Form von Wissen kann Verhaltensänderungen herbeiführen? Diese und andere zentrale Fragen werden in der vom Institut Suchtprävention im April 2005 herausgegebenen Publikation "Vom Gebrauch der Drogen" näher beleuchtet.

Auf insgesamt 280 Seiten finden sich unter anderem erstmals die Ergebnisse der im Mai 2003 in Oberösterreich durchgeführten Bevölkerungsbefragung in Buchform aufgearbeitet. Dabei wurden im Rahmen des Projekts "Drogenmonitoring" 1018 Personen über 15 Jahre über ihre Konsumgewohnheiten interviewt. Zusätzlich wurden 420 Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren befragt. Dadurch war diese für die Suchtprävention besonders wichtige Altersgruppe überrepräsentiert, was auch genauere Auswertungen sicherstellte. Um die Ergebnisse in einem größeren Zusammenhang betrachten zu können, finden sich in der Publikation auch Querverbindung mit anderen Datenquellen wie der WHO, Anzeigen- und Unfallstatistiken, Diagnosedaten usw.

Das wissenschaftliche Werk umfasst drei Hauptteile mit Konsumanalysen von Alkohol, Nikotin und illegalen Drogen in Oberösterreich. Einige interessante Ergebnisse:

  • 93 Prozent der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher sind dafür, Suchtvorbeugung in Schulen und Betrieben zu intensivieren. 78 Prozent befürworten, dass ein Teil der Tabaksteuer zweckgebunden für Prävention verwendet wird.
  • Alkohol ist nach wie vor die „Volksdroge Nummer eins“ und erfreut sich vor allem innerhalb der erwachsenen (männlichen) Bevölkerung großer Beliebtheit. Denn beinahe jeder sechste Oberösterreicher trinkt an mindestens sechs Tagen in der Woche Alkohol, während dies nur jede 33. Frau tut.
  • Besorgniserregend fällt die Analyse des Nikotinkonsums aus. Der Raucheranteil beträgt 52 %, das heißt, dass mehr als die Hälfte täglich oder gelegentlich raucht. Als herausragendes Beispiel für den suchtpräventiven Handlungsbedarf können die Prävalenzraten der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in oberösterreichischen Hauptschulen und polytechnischen Schulen mit einem Anteil täglicher Raucher von 43,2 Prozent genannt werden.
  • Bei jungen Menschen ist Cannabis derzeit ein großes Thema. Gut ein Drittel der Oberösterreicher im Alter zwischen 15 und 24 Jahren besitzt Konsumerfahrung. Damit ist das Hanfprodukt, übrigens nicht nur bei uns, sondern europaweit, die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale psychoaktive Substanz.

Mag. Seifried Seyer, Projektleiter und Mitautor über das Werk: "Das zentrale Motiv unserer Publikation war es, abgesichertes Wissen über das Konsumverhalten mit bestimmten Substanzen zu erlangen. Nur dadurch ist es möglich, vernünftig mit dieser Thematik umzugehen. Denn das Wissen um die Datenlage ist sowohl auf der Expertenebene als auch politisch die Grundlage für sachlich sinnvolle Entscheidungen."

Apropos Wissen: Viele Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher unterschätzen nach wie vor die Auswirkungen des Substanzkonsums. So glauben lediglich 44 Prozent, dass Nikotin „sehr leicht“ abhängig macht. Auch die Anzahl der alkoholabhängigen Menschen in Österreich (340.000) wird von fast der Hälfte zum Teil deutlich unterschätzt. Und einem Viertel der Befragten ist der Unterschied zwischen Heroin und Haschisch nicht bekannt.
Eine Erkenntnis "Vom Gebrauch der Drogen" ist demnach gewiss: Es gibt noch viel zu tun für die Suchtprävention!

Bestellinfos

Die Publikation ist am Institut für Gesellschaftspolitik der Universität Linz zu einem Preis von 15 Euro erhältlich. Kontaktperson: Frau Irene Auinger, Tel. 0732 / 2468-7161 | irene.auinger@jku.at | Altenbergerstr. 69, 4040 Linz.

VOM GEBRAUCH DER DROGEN: Drogenmonitoring zu illegalen Substanzen, Alkohol und Nikotin in Oberösterreich. Seifried Seyer, Rainer Schmidbauer, Franz Gschwandtner, Richard Paulik, alle Institut Suchtprävention, Linz – Pro Mente OÖ (Hrsg.). Erschienen im April 2005 in der Reihe: Gesellschafts- und sozialpolitische Texte Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik, Johannes Kepler Universitätin Zusammenarbeit mit der Sozialwissenschaftlichen Vereinigung (Band 15)

Neu: Die Online-Version im Gratis-Download!

Download: VomGebrauchderDrogen [1 MB]