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Methoden, Tipps und Strategien zur Suchtprävention und Stress-Regulierung in Krisenzeiten

Wenn Probleme, Stress, Angst- oder Spannungszustände zu viel werden, sind Alkohol oder Drogen die schlechtesten Ratgeber. Es gibt viele sinnvolle und hilfreiche Alternativen!

 

DAS TANKMODELL - AKTUELLER DENN JE

 

Die von Christoph Lagemann bereits in den 1980er-Jahren entwickelte Methode der Suchtprävention ist gerade in Krisenzeiten immer wieder hochaktuell. Denn das Tankmodell beschreibt die Dynamik und die Komplexität der Entstehung von süchtigem Verhalten. Gleichzeitig werden Möglichkeiten aufgezeigt, die den Weg in die Sucht verhindern sollen. Gerade in Zeiten wie diesen sind für uns alle einige wesentliche "Seelentankstellen" versiegt (Vereine, KollegInnen, Freunde etc.) und es lohnt sich darüber nachzudenken, welche anderen Tankstellen nun genutzt bzw. neu eröffnet werden könnten, um diese Krise psychisch unbeschadet zu überstehen Diese Reflexions-Methode eignet sich in etwa ab dem Teenager-Alter. Alles was dazu nötig ist, sind Stifte und Papier.

 

Zeichnen Sie Ihren persönlichen Tank, tragen Sie die Treibstoffe (Anerkennung, Freude, Sinnhaftigkeit etc.) ein, die Sie benötigen, um psychisch gesund zu bleiben. Nun zeichnen Sie die Tankstellen ein, die bis jetzt für Ihre Gesundheit gesorgt haben. Sie werden bemerken, dass manche dieser Tankstellen in der momentanen Krise nicht funktionieren. Nun geht es darum, diese durch neue Tankstellen zu ersetzen, um Ihren Tank wieder zu füllen. Vereinbaren Sie ein Treffen mit Freunden via Skype, nutzen Sie alle digitalen Medien, um mit Ihren Lieben zu kommunizieren, graben Sie längst vergessene alte Hobbys wieder aus oder setzen Sie die Hobbys und Passionen um, die Ihnen schon lange vorschweben. Seien Sie großzügig beim Eröffnen neuer Tankstellen. Je mehr Tankstellen, desto mehr Treibstoffe.

 

Diskutieren Sie das Modell auch mit der Familie oder Freunden. Schauen Sie auf sich und auf die Anderen. Bleiben Sie gesund! Viel Spaß dabei!

 

Eine Beschreibung des Tankmodells finden Sie auch hier zum Download: Tankmodell der Suchtprävention

 

Tipp: Weitere praktische Methoden zur Suchtprävention in Familie finden Sie in unserem Handbuch "Wie schütze ich mein Kind vor Sucht?"

 

TIPPS ZUR STRESS-REDUKTION IN KRISENZEITEN

 

Anlässlich der Coronavirus-Epidemie hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einige wichtige Tipps veröffentlicht:

 

  • Bleiben Sie in Kontakt mit Freunden und Menschen, die Ihnen lieb sind - über Telefon, Whatsapp, soziale Medien...
  • Schauen Sie auf sich: Wichtig sind jetzt genügend Schlaf, aber auch Bewegung, Entspannungsübungen und gesunde Ernährung.
  • Konsumieren Sie keinen Alkohol oder andere Drogen, um negative Gefühle zu verdrängen.
  • Wenn Sie professionelle Hilfe benötigen, nutzen Sie die angebotenen Telefonberatungen und Hotlines. In Österreich erhalten Sie unter der Nummer 0800 / 555 621 alle wichtigen Infos zum Thema Corona. Bei Sorgen, Ängsten, Befürchtungen, Gefühlen von Belastungen und Überforderung können Sie sich rund um die Uhr an die Krisenhilfe OÖ  (Krisenhilfe OÖ Sorgentelefon) wenden, unter 0732 / 2177 - rund um die Uhr erreichbar.
  • Nutzen Sie nur vertrauenswürdige Medien, um sich gut zu informieren.
  • Erinnern Sie sich, was Ihnen in der Vergangenheit geholfen hat, mit einer Krise gut umzugehen.

Quelle: WHO

 

TIPPS DER KRISENHILFE OÖ

 

Sonja Hörmanseder, Geschäftsfeldleiterin der Krisenhilfe OÖ empfiehlt:

Mir erscheinen folgende 3 Aspekte in der aktuellen Situation als besonders wichtig:

 

  1. Ruhe bewahren: Auch wenn die Zeiten derzeit stürmisch bzw. auch unsicher sind und wir mit einer Flut von Informationen konfrontiert werden, hat jeder einzelne Mensch die Möglichkeit, Ruhe zu bewahren. Das ist leichter gesagt als getan - darüber bin ich mir im Klaren – dennoch: Wir können und sollen uns darin üben - in erster Linie für uns selbst. Unabhängig davon was eine Krise, Unruhe oder Verunsicherung auslöst, die hilfreichen Dinge sind meist sehr ähnlich. Die 10 Schritte zur psychischen Gesundheit sind dabei genauso wichtig wie die 10 Schritte zur Ersten Hilfe für die Seele (siehe https://www.pmooe.at/ueber-uns/informationsmaterial)
  2. Aufeinander schauen: Zur Zeit müssen wir alle unsere direkten Sozialkontakte reduzieren. „Aufeinander schauen“ fällt uns im Moment nicht leicht. Das heißt aber nicht, dass wir nicht weiterhin miteinander leben, achtsam und aufmerksam miteinander sein können. Dieses „Zugewandt-sein“ und das Wahrnehmen unserer Mitmenschen, mit all ihren Ängsten, Befürchtungen, aber auch Hoffnungen und Zuversicht - das macht uns Menschen aus.
  3. Regeln und Vorgaben einhalten: Das Wichtigste kommt zum Schluss: Wir müssen uns zur Zeit an verschiedene Vorgaben halten. Ob dies nun die unternehmensinternen Vorgaben sind oder die Vorgaben, sich nur für das Nötigste in die Öffentlichkeit zu bewegen. Vieles davon erleben wir als einschränkend, möglicherweise befremdlich. Aber wir dürfen nicht vergessen: All das hilft, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und einzuschränken. Nur so erreichen wir das angestrebte Ziel, sobald wie möglich wieder zu unserem gewohnten und geschätzten Miteinander zu kommen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein „Miteinander für psychische Gesundheit“ und viel Kraft und Energie, diese 3 Aspekte besonders zu beachten. Ich bin überzeugt, dass es sich auszahlt!“

 

(Quelle: pro mente Newsflash - pro mente OÖ)

Wie können wir in Zeiten der Krise auch psychisch fit bleiben?

pro mente austria unterstützt mit Profi-Tipps und Beispielen aus dem Alltag: Auf der Website www.erstehilfefuerdieseele.at geben ExpertInnen der Mitgliedsorganisationen hilfreiche Tipps und Infos, um auch in Zeiten der Corona Pandemie psychisch gesund zu bleiben!