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06.10.2017

Crystal Meth und die Zahngesundheit


Crystal-Meth Konsumenten in den USA trinken laut einer aktuellen Studie deutlich mehr gezuckerte Softdrinks als andere Personen.

Sie sind bekannt: Die abschreckenden Fotos von Crystal Meth-Konsumenten mit den ausgefallenen Zähnen, in den USA auch als „Meth Mouth“ bezeichnet. Ist die Substanz Methamphetamin (Crystal Meth) aber wirklich schuld an der schlechten Zahngesundheit der Konsumierenden oder liegt es einfach an mangelnder Zahnhygiene? Dieser Frage ist ein amerikanisches Forschungsteam nachgegangen. Die Ergebnisse wurden heuer in der Fachzeitschrift „The Journal of the American Dental Association“ veröffentlicht. Insgesamt wurden 571 Crystal-Konsumierende untersucht. Zum Vergleich wurden die Daten von Nichtkonsumierenden einer großen Gesundheitsstudie herangezogen. Beide Gruppen waren im Schnitt 45 Jahre alt. Bei allen Teilnehmenden wurden die Zähne gründlich durchgecheckt. Dabei bestätigte sich, dass die Zähne von Crystal-Konsumierenden tatsächlich in einem schlechteren Zustand waren als die von nichtkonsumierenden Personen. Interessant ist nun die Ursachenforschung: Demnach leiden Menschen die Methamphetamin konsumieren unter einer stärkeren Mundtrockenheit. Warum? Vermutlich aufgrund der gefäßverengenden Wirkung von Crystal Meth. Die Speicheldrüsen werden weniger durchblutet und der Speichelfluss wird reduziert. Dadurch fehlt den Zähnen der Schutz vor säureproduzierenden Bakterien. Ein weiterer Faktor, der für die schlechte Zahngesundheit verantwortlich gemacht wird, mutet kurios an. Denn laut der amerikanischen Studie trinken Crystal-Meth-Konsumenten im Vergleich zu anderen Menschen mehr zuckerhaltige Limonaden. Wie das Online-Portal drugcom.de berichtet, waren es im Schnitt 3,5 Gläser pro Tag. Bei der Kontrollgruppe hingegen nur 0,3 Gläser. Der dritte – ebenfalls nicht unwesentliche – Faktor: Laut Untersuchung nimmt es offenbar ein Teil der Crystal-Konsumierenden tatsächlich nicht so genau mit der Zahnhygiene, das heißt sie putzen sich seltener die Zähne und suchen seltener einen Zahnarzt auf. Fazit der Studie: Es gibt zwar keinen direkten Einfluss von Methamphetamin auf die Zähne, aber die indirekten Folgen von verstärkter Mundtrockenheit sowie die Kombination mit häufigem Konsum von gezuckerten Softdrinks und schlechter Zahnpflege führt zu den schlechten Zahnhygiene-Resultaten.

Quellen und weiterführende Infos:

Abstract auf ScienceDirect: Mechanisms underlying methamphetamine-related dental disease

Artikel auf drugcom.de: Warum Crystal-Konsumierende häufiger Zahnschäden haben

 

Foto: Pixabay.com lizenziert unter CC0 Public Domain