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12.02.2018

Deutschland: Kriminalbeamte fordern Aufhebung des Cannabisverbots


Forderungen nach einer Cannabis-Liberalisierung sind im deutschsprachigen Raum nicht selten. Der jüngste Apell in diese Richtung ist dennoch außergewöhnlich. Denn er kommt vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK). Dieser setzt sich nun für eine Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten ein. Laut deutschen Medienberichten fordert der BDK-Vorsitzende Andre Schulz ein Umdenken in der deutschen Drogenpolitik. Die Prohibition von Cannabis sei historisch betrachtet willkürlich erfolgt und bis heute weder intelligent noch zielführend, so Schulz. Das derzeitige Rechtssystem stigmatisiere laut den Kriminalbeamten viele Menschen und lasse kriminelle Karrieren erst entstehen. Es stünden bessere Möglichkeiten in der Drogenpolitik zur Verfügung als die Repression, wird Schulz zitiert. Dazu gehöre auch "zu lernen, mit einem verantwortungsvollen Drogenkonsum umzugehen, Konsumenten und Suchtkranken unter Fürsorgeaspekten zu helfen und einen tatsächlich wirksamen Kinder- und Jugendschutz möglich zu machen". Der BDK-Vorsitzende betonte zudem, dass eine Entkriminalisierung kein Freibrief sei. So dürfe etwa das Führen eines Kraftfahrzeuges weder in alkoholisierten oder andersartig berauschtem Zustand erfolgen.

Kritik an der BDK-Forderung kam unterdessen von der deutschen Bundesärztekammer. Kiffen sei kein harmloses Freizeitvergnügen, so Erik Bodendieck, Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Sucht und Drogen", der sich in diesem Zusammenhang auf eine aktuelle Studie der Ludwig-Maximilians-Universität in München beruft.

 

Quellen und weiterführende Infos:

ÄrzteZeitung - Kriminalbeamte für Aufhebung des Cannabisverbots

tagesschau.de: Kriminalbeamte für Ende des Cannabis-Verbots

 

Foto: Pixabay.com lizenziert unter CC0 Public Domain