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07.06.2018

EBDD-Drogenbericht: Produktion illegaler Drogen in Europa steigt


Die Europäische Drogenbeobachtungsstelle (EBDD) in Lissabon hat ihren jährlichen Bericht zur Drogensituation in Europa veröffentlicht. Dieser beruht auf einer Analyse europäischer und nationaler Daten zu illegalen Drogen. In Österreich erstellt die Gesundheit Österreich GmbH im Auftrag der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) und des Gesundheitsministeriums alljährlich einen Bericht zur Drogensituation in Österreich.

Eine der Kernaussagen des EBDD-Berichts lautet, dass die Produktion von illegalen Drogen in Europa zunimmt. Relevante Bereich sind hier MDMA (Ecstasy) und Cannabis. Die Produktion von Kokain und Heroin, die hauptsächlich in Südamerika (Kokain) und Asien (Heroin) erfolgt, dürfte ebenfalls gestiegen sein.

Was den Konsum betrifft, ist nach wie vor Cannabis die Nummer eins unter den illegalen Drogen. Dahinter folgen Kokain, MDMA und Amphetamine. Insgesamt ist es laut EBDD zu einer Stabilisierung beim Konsum gekommen. Die Prävalenz des Cannabiskonsums ist etwa fünfmal so hoch wie die des Konsums anderer Substanzen. Es wird geschätzt, dass 87,6 Millionen Erwachsene in der Europäischen Union (zwischen 15 und 64 Jahren), das sind 26,3 % dieser Altersgruppe, während ihres Lebens zumindest einmal Cannabis probiert haben. Von ihnen haben schätzungsweise 17,2 Millionen junge Erwachsene (14,1 % der Altersgruppe zwischen 15 und 34 Jahren) in den letzten zwölf Monaten Cannabis konsumiert, darunter 9,8 Millionen 15- bis 24-Jährige (17,4 % dieser Altersgruppe). Die 12-Monats-Prävalenzraten unter den 15- bis 34-Jährigen reichen von 3,5 % in Ungarn bis hin zu 21,5 % in Frankreich. Unter den jungen Menschen, die in den letzten zwölf Monaten Cannabis konsumiert haben, ist der Anteil der Männer doppelt so hoch wie der Anteil der Frauen.

Die Angaben zur Lebenszeitprävalenz des Cannabiskonsums sind von Land zu Land sehr unterschiedlich und reichen von etwa 41 % der Erwachsenen in Frankreich bis hin zu weniger als 5 % der Erwachsenen in Malta. In Österreich sind es 23,6 Prozent.

Der Konsum von Heroin und anderen Opioiden ist laut EBDD noch immer relativ gering , jedoch werden diese Drogen nach wie vor mehr als andere mit den schädlicheren Formen des Konsums, wie beispielsweise dem injizierenden Drogenkonsum, in Verbindung gebracht. Die Prävalenz des hochriskanten Opioidkonsums unter Erwachsenen (im Alter zwischen 15 und 64 Jahren) liegt schätzungsweise bei 0,4 % der Bevölkerung der EU; damit belief sich die Zahl der Hochrisiko-Opioidkonsumierenden im Jahr 2016 auf 1,3 Millionen.

Bei den meisten der in Europa gemeldeten tödlichen Überdosierungen werden Heroin oder seine Metaboliten nachgewiesen, oftmals in Verbindung mit anderen Substanzen. Die jüngsten Daten belegen einen Anstieg der Zahl der heroinbedingten Todesfälle in Europa, insbesondere im Vereinigten Königreich.

Laut EBBD ist die Substitutionsbehandlung, häufig in Kombination mit psychosozialer Betreuung, die häufigste Therapieform bei Opioid-Abhängigkeit: „Die verfügbaren Daten sprechen für dieses Konzept und belegen positive Ergebnisse im Hinblick auf den Verbleib in der Behandlung und die Eindämmung des illegalen Opioidkonsums, des gemeldeten Risikoverhaltens, der drogenbedingten Schädigungen und der Mortalität. Cannabis- und Kokainkonsumierende sind die zweit- und drittgrößten Gruppen, die Behandlungsleistungen in Anspruch nehmen. Psychosoziale Betreuung ist die wichtigste Behandlungsform für diese Klienten.“

Quelle und weiterführende Informationen: EBDD-Bericht 2018