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07.03.2018

Halluzinogene: Psilocybin-Rätsel vor Lösung?


Psilocin als Überlebensstrategie von Pilzen gegen fresswütige Insekten.

Die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin, die in manchen Pilzarten enthalten sind, verursachen beim Konsum LSD-ähnliche, halluzinogene Wirkungen. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Warum Pilzarten, die oft nicht näher verwandt sind, diese Wirkstoffe produzieren, war bislang aber ein Rätsel. Dieses könnte nun vor der Lösung stehen. So berichtete kürzlich der "Standard", dass ein Team von Wissenschaftlern der Ohio State University drei psychoaktive Pilzspezies mit ihren jeweiligen nicht-psychedelischen Verwandten genetisch verglichen hat. Dabei entdeckten die Forscher, dass sich in den drei psychoaktiven Pilzarten jeweils eine bestimmte Gruppe von fünf Genen befindet, die sich die Pilze im Laufe der Evolution angeeignet haben – und zwar über einen "horizontalen Gentransfer". Das heißt, die Übertragung von genetischem Material erfolgte nicht von einer Generation zur darauf folgenden, sondern „horizontal“ von einem Organismus in einen bereits existierenden anderen hinein.

Zweck dieser Übertragung dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach der Selbstschutz vor pilzfressenden Insekten gewesen sein. Denn der Wirkstoff Psilocin verursacht nicht nur Wahrnehmungsveränderungen im menschlichen Gehirn, sondern führt auch bei Insekten zu einer Veränderung ihres Verhaltens. Die Substanz wirkt demnach nicht nur als einfach als „Gift“ und verursacht einen üblen Geschmack, sondern hemmt auch den Appetit der Tiere und senkt somit das Risiko der Pilze von den Insekten aufgefressen zu werden. „Sie verändern die Abläufe im Gehirn der Insekten zu ihrem eigenen Vorteil“, wird Studienleiter Jason Slot zitiert.

 

Quelle und weiterführende Infos:

 

Foto: Pixabay.com lizenziert unter CC0 Public Domain