Logo

QUELLE: http://www.praevention.at

Diese Seite Drucken
30.11.2015

Thema Glück: Philosophischer Vormittag mit Wilhelm Schmid


Rund 260 Personen aus den Bereichen Schule, Jugendarbeit, Polizei und Familie waren bei unserer Veranstaltung zum "Thema Glück" in den Linzer Redoutensälen am 30. November dabei. Der deutsche Philosoph und Bestsellerautor Prof. Wilhelm Schmid hielt dabei einen Vortrag zum Thema "Sucht und die Suche nach dem Glück". Schmid, der sich intensiv mit dem Thema Glück und der Frage „Was ist Glück?“ beschäftigt hat, betonte, dass es keine verbindliche, einheitliche Definition des Glücks gebe. Er unterscheidet den Glücksbegriff in drei Formen: Das Zufallsglück im Sinne von „Glück gehabt“, zweitens Glück als eine grundsätzliche Lebenszufriedenheit („Wohlfühlglück“) mit der sich Lüste und Sinne empfinden positive empfinden lassen - und drittens das Lebensziel eines guten Lebens und der damit erreichbaren „Glückseligkeit“. Schmid bezeichnet es als „Glück der Fülle“ und meint damit „das größere Glück“, das auch das „Unangenehme, Schmerzliche und Negative“, mit dem zurechtzukommen ist, umfasst. Abhängig sei dieses Glück der Fülle allein von der geistigen Haltung zum Leben, die ein Mensch einnimmt und im Laufe der Zeit im Denken einübt.

Glück habe laut Wilhelm Schmid aber auch sehr viel mit der Sucht, und zwar der Sehnsucht nach einem Sinn im Leben, zu tun. Luststeigerung und Schmerzlinderung seien zentrale Begriffe des modernen Glücksbegriffs, stellen aber auch die wichtigsten Motive für den Konsum psychoaktiver Substanzen bzw. für die Ausübung suchtrelevanter Verhaltensweisen dar. Der moderne Glücksbegriff sei daher auch ein Grund für Sucht, da das Streben nach dem permanenten Glück stets begrenzt und nicht erfüllbar sei.

Eine Empfehlung von Schmid lautet daher „gelassene Heiterkeit“ als geeignete innere Haltung, um das „Glück der Fülle“, das „größere“, langfristig zu sehenden Lebensglück, zu erfahren. Es gehe dabei um ein Grundgefühl des Einverstandenseins mit dem Leben, weil das Leben eben nicht immer den eigenen Vorstellungen entsprechen könne, da wir in einer realen, zeitlich endlichen und begrenzten Welt leben und nicht in einer Welt, in der immer alles möglich ist. Die Einsicht, dass es einen Unterschied zwischen Möglichkeit und Wirklichkeit gibt, ist demnach eine fundamentale Lebenskompetenz.

Im Anschluss an den Vortrag gab es noch eine interessante Fragerunde, bei der Wilhelm Schmid sein umfangreiches Wissen - nicht nur zum Thema Philosophie und Glück - mit symphatischer Heiterkeit unter Beweis stellte.

Hinweis: Der Vortrag von Wilhelm Schmid wurde vom Bildungs TV der education group aufgezeichnet. Diesen Beitrag, ein Interview sowie eine kurze Fotodokumentation finden Sie in unserer Rubrik Infobox/Tagungsunterlagen