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QUELLE: http://www.praevention.at

07.08.2020

Illegale Drogenherstellung als Umweltproblem

Abfallprodukte der illegalen Drogenherstellung gelangen ungefiltert in die Umwelt.

Laut einem Ende Juli veröffentlichten Aktionsplan der Europäischen Kommission werden in Europa jährlich Tonnen von chemischen Abfällen, die bei der Produktion synthetischer Drogen entstehen, illegal entsorgt. Dies führt nicht nur zu Gesundheitsrisiken sondern auch zu Umweltschäden. Man schätzt zum Beispiel, dass bei der Herstellung von einem Kilogramm Amphetamin zwischen 20 und 30 kg Abfall entstehen. Auch bei der Herstellung einiger Vorprodukte synthetisch erzeugter Drogen entstehe eine beträchtliche Abfallmenge - noch vor dem eigentlichen Produktionsprozess.

Global gesehen entwickle sich Europa laut Ylva Johansson, der EU-Kommissarin für innere Angelegenheiten, von einem Kontinent der Drogenkonsumenten zu einem Exporteur von Drogen, der synthetische Drogen in einem industriellen Maßstab produziere. Geschätzte 30 Milliarden Euro werden jährlich in Europa durch den illegalen Drogenhandel umgesetzt.

Im neuen Aktionsplan zur Drogenbekämpfung sind der politische Rahmen und die Handlungsschwerpunkte für die nächsten fünf Jahre festgelegt. Im Mittelpunkt stehen dabei verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf die illegale Produktion und den Vertrieb von Drogen, mehr Präventionsarbeit sowie die Reduzierung drogenbedingter Schäden. Letztere soll durch einen verstärkten Zugang zu Behandlung, Risiko- und Schadensminderung sowie durch ein Konzept für die Drogenproblematik in Haftanstalten erfolgen.

 

Quellen und weiterführende Infos:

 

Aktionsplan der EU-Kommission: EU Agenda and Action Plan on Drugs 2021-2025

OÖ Nachrichten: Illegale Drogenherstellung wird in Europa auch zum Umweltproblem

Spiegel Online: Drogenproduktion belastet die Umwelt

 

Bild: Hans Braxmeier | Pixabay