Am 9. Juni 2026 hat die European Union Drugs Agency (EUDA) den jährlichen Europäischen Drogenbericht veröffentlicht. Die Grundlage dafür bilden Daten aus 29 europäischen Ländern (EU-27, Norwegen und Türkei). Demnach sei die Verfügbarkeit und Anzahl bei allen Arten von illegalen Substanzen, wie auch in den Vorjahren, weiterhin sehr hoch. So wurden im Jahr 2025 in Europa erstmalig 50 neue psychoaktive Substanzen gemeldet, womit sich die Gesamtzahl der von der EUDA überwachten Substanzen auf 1050 erhöhte.
Die laut EUDA am häufigsten konsumierte illegale Droge in der Europäischen Union ist nach wie vor Cannabis. Schätzungsweise 24,9 Millionen Europäerinnen und Europäer (im Alter von 15 bis 64 Jahren) haben diese Droge in den vergangenen 12 Monaten konsumiert. Das entspricht einem Anteil von 8,7 % der Bevölkerung in diesem Altersspektrum. Mit schätzungsweise 104 000 Klient*innen im Jahr 2024 macht Cannabis ein Drittel (33 %) der Personen aus, die sich in Europa in Drogenbehandlung begeben. Der Cannabis-Markt werde laut aktuellem Bericht aus verschiedenen Gründen komplexer. In mehreren EU-Mitgliedstaaten ist es mittlerweile möglich, geringe Mengen Cannabis legal zu kaufen oder anzubauen. Neue Cannabisprodukte sind sowohl auf dem illegalen Drogenmarkt als auch auf dem kommerziellen Markt zu finden.
Hinter Cannabis folgt mit etwa 4,3 Millionen Konsument*innen Kokain (1,5 %). Aktuelle kommunale Abwasseranalysen würden laut EUDA zeigen, dass mehr als die Hälfte der 85 Städte, aus denen Daten sowohl für 2024 als auch für 2025 vorliegen, einen Anstieg der Kokainrückstände meldeten. Auch die Anzahl jener Personen, die sich aufgrund von Kokainproblemen in Behandlung begeben, steige laut Bericht weiter an. Sorge bereite zudem in mehreren europäischen Städten die auf Kokain basierende Droge „Crack“, die zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden, offenen Drogenszenen und wiederholten Krankenhaus-Notaufnahmen führe. Der Crack-Konsum sei vor allem in stark marginalisierten Gruppen verbreitet, insbesondere im Zusammenhang mit Obdachlosigkeit, sozioökonomischer Benachteiligung und polyvalentem Drogenkonsum (gleichzeitiger Gebrauch mehrerer Drogen).
Opioide, meist in Kombination mit anderen Substanzen, sind nach wie vor die häufigste Ursache drogenbedingter Todesfälle in Europa. Die EUDA schätzt, dass es im Jahr 2024 in der EU mindestens 7 600 Todesfälle durch Überdosierung gab, bei denen meist mehrere Substanzen im Spiel waren. In einigen Ländern werden bei einem erheblichen Anteil der Todesfälle durch Überdosierung andere Opioide als Heroin nachgewiesen, darunter hochwirksame synthetische Opioide, Medikamente zur Opioid-Agonisten-Therapie und Schmerzmittel. Anlass zur Sorge bereiten der EUDA immer wieder neue synthetische Opioide, die oft hochwirksam sind. So wurden seit dem Jahr 2009 in Europa in Summe 95 davon nachgewiesen.
Quelle und weitere Infos: EUDA







