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QUELLE: http://www.praevention.at

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Was bedeutet der Begriff Prävention?

Für die Begriffe Vorbeugung bzw. Prävention exitstieren mehrere gebräuchliche Definitionen. Zu den wichtigsten zählen: 

 

  1. Als Prävention (vom lateinischen praevenire: zuvorkommen, verhüten) können grundsätzlich vorbeugende Maßnahmen, die ein unerwünschtes Ereignis oder eine unerwünschte Entwicklung vermeiden, bezeichnet werden.

  2. Eine im Gesundheits- bzw. Suchtbereich häufig verwendete Klassifikation unterscheidet zwischen Primärprävention (allgemeine Prävention an unselektierten Personengruppen), Sekundärprävention (Prävention bei Hochrisikogruppen) und Tertiärprävention (Behandlung und Rückfallprävention bei manifest Erkrankten).

  3. Die jüngste, mit eindeutigeren Begriffen versehenere Klassifikation unterscheidet zwischen universieller, selektiver und indizierter Prävention. Dieses Schema wird beispielsweise vom US-amerikanischen National Institute of Drug Abuse (NIDA) und der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) verwendet und besitzt auch in der Sucht- und Gewaltprävention hohe Relevanz.

    Universelle Prävention:
    Hierzu zählen Maßnahmen, die sich an die allgemeine Bevölkerung richten, wie etwa suchtpräventive Vorträge, Schulprogramme zur Förderung der Lebenskompetenzen, Maßnahmen am Arbeitsplatz, Informationsmaterialien oder Kampagnen.

    Selektive Prävention: richtet sich an Menschen, die statistisch gesehen ein überdurchschnittlich hohes Risiko für Substanzmissbrauch oder Abhängigkeit aufweisen. Zu dieser Gruppe zählen beispielsweise Kinder alkohol- oder drogenabhängiger Eltern.

    Indizierte Prävention:
    Unter dieser Bezeichnung lassen sich jene Aktivitäten zusammenfassen, die sich an Personen richten, die bereits ein manifestes Risikoverhalten etabliert haben. Somit sind besonders diese Zielgruppen einem erhöhten Suchtrisiko ausgesetzt. Eine Zielgruppe für indizierte Prävention sind zum Beispiel junge Erwachsene, die am Wochenende wiederholt exzessiv Alkohol trinken.

  4. Prävention lässt sich zu den genannten Klassifikationen auch in die Begriffe Verhaltens- und Verhältnisprävention unterteilen.

    Verhältnisprävention
    :
    Darunter versteht man so genannte "umgebungsorientierte" Maßnahmen. Dazu zählt das Einwirken auf jene Entstehungsbedingungen, die über eine Einzelperson hinausgehen: Lebens- und Arbeitsbedingungen, Gesetze, Gesundheits- und sozialpolitische Maßnahmen. Verhältnisprävention kann auch als strukturorientierte bzw. strukturelle Prävention bezeichnet werden, da sie sich auf die Strukturen rund um die eigentlichen Zielpersonen richtet. Dazu zählen beispielsweise Maßnahmen wie Alters- und Werbebeschränkungen, die Steuerung der Verfügbarkeit und des Preises, aber auch die Gestaltung grundlegender Rahmenbedingungen wie Bildungspolitik, Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit oder gerechte Ressourcenverteilung.

    Verhaltensprävention:

    Dabei handelt es sich um Maßnahmen, die sich an einzelne Menschen richten. Sie haben zum Ziel, Einzelnen und Gruppen Kenntnisse, Erfahrungen und Ressourcen zu vermitteln. Dazu zählen beispielsweise Präventionsprogramme in Schulen oder Betrieben, Weiterbildungsprogramme für Multiplikatoren, Informationsmaterialen etc.