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Auswirkungen des akuten Alkoholkonsums

Aufnahme und Abbau von Alkohol im Körper


Die wirksame Substanz in alkoholischen Getränken ist Äthylalkohol, auch "Weingeist" bzw. "Reinalkohol" genannt. Alkohol wird nach der Aufnahme zunächst im Blut und danach im gesamten Körperwasser verteilt. 30 bis 60 Minuten nach der Aufnahme ist die höchste Konzentration des Alkohols im Blut erreicht, nach weiteren 30 Minuten ist der Alkohol im gesamten Körper gleichmäßig verteilt.

 

Die Entwicklung des Blutalkoholspiegels nach dem Konsum eines alkoholischen Getränks hängt ab von:

  • der konsumierten Menge reinen Alkohols
  • der Aufnahmegeschwindigkeit in Magen und Darm, die ihrerseits wiederum u.a. von Konzentration und Temperatur des alkoholischen Getränks, Art und Menge von gleichzeitiger Nahrungszufuhr, Kohlensäuregehalt etc. abhängt,
  • dem Gewicht des Wassers im Körper (nicht wässrige Körperanteile wie Fett oder Knochen sind hier ohne Bedeutung)
  • der Geschwindigkeit des Alkoholabbaus.


Der Alkoholabbau beginnt sofort nach der Alkoholzufuhr. Etwa 90 Prozent des Alkohols wird in der Leber abgebaut, der Rest wird unverändert durch die Nieren oder durch die Haut ausgeschieden. Der Alkoholabbau erfolgt weitgehend gleichmäßig mit einem konstanten Wert pro Stunde. Man kann von einer durchschnittlichen Abnahme von 0,1 - 0,2 Promille pro Stunde ausgehen, wobei der Abbau bei an Alkohol gewöhnten Personen rascher vor sich geht.

Frauen weisen bei gleicher konsumierter Alkoholmenge durchschnittlich höhere Blutalkoholwerte und Alkoholkonzentrationen im Gewebe auf als Männer. Dafür sind zwei Faktoren verantwortlich. Erstens sind Frauen leichter als Männer und zweitens haben Frauen einen höheren Körperfettanteil (Alkohol verteilt sich nur im Körperwasser, aber nicht im Fettgewebe).

Akute psychische Wirkung

 

Die folgenden Angaben zu Alkoholwirkungen und Promillewerten für Erwachsene sind als Anhaltspunkte zu betrachten.

 

0,2 bis 0,5 Promille:
Seh- und Hörvermögen, Aufmerksamkeit, Konzentration, Reaktionsvermögen, Kritikfähigkeit und Urteilsfähigkeit sinken, Risikobereitschaft steigt


ab 0,5 Promille:

Gleichgewichtsstörungen, Enthemmung und Selbstüberschätzung nehmen zu

 

ab 0,8 Promille:
Blickfeld verengt sich (Tunnelblick), Euphorie, zunehmende Enthemmung

 

1 bis 2 Promille: Rauschstadium

Verwirrtheit, Sprechstörungen, Orientierungsstörungen, übersteigerte Selbsteinschätzung durch Enthemmung und Verlust der Kritikfähigkeit


2 bis 3 Promille: Betäubungsstadium
Muskelerschlaffung, Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, Erbrechen

 

3 bis 5 Promille: Lähmungsstadium

Steigt der Blutalkoholspiegel auf über 3,0 Promille an, kommt es allmählich zur Lähmung des Nervensystems. Die geistigen Fähigkeiten erlöschen und es tritt schwerer, tiefer Schlaf ein. Bewusstlosigkeit, Gedächtnisverlust, schwache Atmung, Unterkühlung, Verlust der Reflexe, ab 4 Promille: Lähmungen, Koma, unkontrollierte Ausscheidungen, Atemstillstand und Tod

 

Akute Alkoholvergiftung – tödliche Dosis


Alkohol ist ein Zellgift, damit ist jede Berauschung als Vergiftung zu bezeichnen. Die tödlichen Blutalkoholkonzentrationen liegen etwa zwischen 3,0 und 6,0 Promille. Je nach Körpergewicht und Konstitution entsprechen 3,0 bis 6,0 Promille Blutalkoholkonzentrationen zwischen 160 bis 320 Gramm reinem Alkohol im Organismus. Diese Menge ergibt sich, wenn jemand in einem sehr kurzen Zeitraum

  • bis zu 1 Liter Spirituosen á 40 Vol. % oder
  • 2 bis 4 Liter Wein oder
  • 4 bis 8 Liter Bier zu sich nimmt.

Tödliche Alkoholvergiftungen können aber auch schon nach dem Genuss wesentlich geringerer Mengen auftreten. Für Kinder und nicht an Alkohol gewöhnte Personen besteht hier ein deutlich erhöhtes Risiko. Die Konsummenge reinen Alkohols, die sich im Einzelfall tödlich auswirkt, hängt dabei von einer Reihe von Faktoren ab, vor allem von der Dauer und der zeitlichen Verteilung des Alkoholgenusses, der Gewöhnung an Alkohol und dem körperlichen Allgemeinzustand der Person. In weiten Kreisen herrscht die Meinung vor, dass es kaum zu tödlichen Alkoholvergiftungen kommt, weil sich der Organismus bei Überdosierungen durch Erbrechen und Bewusstlosigkeit schützt. In klarem Widerspruch zu dieser Meinung steht, dass pro Jahr ca. 100 Österreicherinnen und Österreicher an einer „reinen“ Alkoholüberdosierung sterben. Das Attribut „rein“ bedeutet hier, dass die große Anzahl an tödlichen Vergiftungen durch Mischintoxikationen (= Alkohol plus Medikamente bzw. illegale Drogen), die Toten durch alkoholbedingte Unfälle bzw. die an alkoholbedingten Erkrankungen Verstorbenen hier nicht mitgezählt werden. Der „reine“ Alkoholüberdosierungstod tritt mindestens doppelt so häufig auf wie der „Drogentod“ im Sinne einer Überdosierung mit illegalen Drogen nach entsprechenden Kriterien.