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Cannabis

Der Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen, die in fast allen Klimazonen der Erde gedeiht. Als Cannabis bezeichnet das Suchtmittelrecht die Blüten- und Fruchtstände der Hanfpflanze, denen das Harz nicht entzogen worden ist. Cannabis hat eine lange Tradition als Heil- und Rauschmittel. Über seinen medizinischen Einsatz bzw. einzelner daraus gewonnener Wirkstoffe, etwa in der Schmerztherapie, wird auch heute immer wieder diskutiert. Cannabis ist in fast allen Staaten eine verbotene Substanz. Auch in Österreich ist der Umgang mit Cannabis (Besitz, Weitergabe) verboten. Es gibt keine erlaubte Kleinstmenge. Die Verbote wurden großteils in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingeführt. Ihnen lagen neben gesundheitlichen auch politische und wirtschaftliche Interessen zu Grunde.

Cannabis ist die botanische Bezeichnung der Hanfpflanze und enthält rund 420 Inhaltsstoffe. Der wichtigste darin enthaltene psychoaktive Stoff ist Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC). Weitere bedeutende Wirkstoffe sind CBN (Cannabinol) und CBD (Cannabidiol). Die zwei Cannabis-Hauptgattungen sind Cannabis Sativa („Gewöhnlicher Hanf“) und Cannabis Indika (Indischer Hanf). Für den Gebrauch als Rauschmittel hat in den vergangenen Jahren auch die Hanfform Cannabis Ruderalis an Bedeutung gewonnen. Sie kommt in so genannten „Autoflowering“-Sorten vor. Das sind Cannabis-Züchtungen, die unabhängig von der Lichtperiode zu blühen beginnen. Neben den psychoaktiven Pflanzen gibt es auch THC-arme Sorten, die als Nutzhanf für die Textilindustrie landwirtschaftlich angebaut werden. Sie dürfen einen THC-Gehalt von 0,2% (AMA) bzw. 0,3 % (SMG) nicht überschreiten. Es gibt eine weibliche und eine männliche Form der Pflanze, selten zwittrige Varianten. Die psychoaktiven Wirkstoffe, das THC und die Cannabinoide sind in den blühenden Teilen der weiblichen Pflanzen (in den Blüten) konzentriert. Diese werden nach der Ernte getrocknet und meistens geraucht. Die Cannabisblätter und die männlichen Pflanzen, die Stängel, Samen und Wurzeln enthalten praktisch keine psychoaktiven Wirkstoffe.

 

Für den Gebrauch als psychoaktive Droge werden benutzt:

 

  • Marihuana („Gras“): getrocknete Blatt-, Blüten- und Stängelteile
  • Haschisch („Dope“, „Shit“): gepresstes Harz der Blütenstände
  • Haschischöl (dickflüssiges, teerartiges Konzentrat)

 

Szenenamen für Cannabis sind z.B. Dope, Shit, Gras, Kiff, Kraut, Pot, roter Libanese, grüner Türke…etc.

Die bedeutendsten Anbaugebiete für Cannabis liegen in Afrika (Marokko, Südafrika, Nigeria, Ghana, Senegal), Amerika (USA, Kolumbien, Brasilien, Mexiko, Jamaika), im Mittleren und Nahen Osten (Türkei, Libanon, Afghanistan, Pakistan) sowie in Süd- und Südostasien (Thailand, Nepal, Indien, Kambodscha). In Europa gilt mittlerweile Albanien als größter Cannabisproduzent, aber auch die Niederlande und die Schweiz sind wichtige Exportländer. Dort werden in Indoor-Anlagen Pflanzen gezogen, die einen höheren Ernteertrag und THC-Gehalt aufweisen als im traditionellen Freilandanbau. Laut EBDD-Bericht 2010 beträgt der THC-Gehalt bei Marihuana durchschnittlich zwischen 1 % und 10 %, beim Harz (Haschisch) liegen die Werte zwischen 3 % und 16 %. Über die längerfristigen gesundheitlichen Auswirkungen der stärkeren Marihuana-Sorten gibt es bislang kaum Forschungsarbeiten.

Informationsfolder zum Thema Cannabis:

 

 

Infofolder Cannabis