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Tabakkonsum in Oberösterreich

Laut dem OÖ. Drogenmonitoring 2015 beträgt der Anteil der Raucherinnen und Raucher (Gelegenheitsraucher und tägliche Raucher) in Oberösterreich 32 Prozent.

68 Prozent, also mehr als zwei Drittel der Befragten bezeichnen sich als „absolute Nichtraucher/innen“:

Im Vergleich zu früheren Befragungen weisen die Angaben der Befragung 2015 auf einen weiteren Rückgang der Raucherquote hin: Im Jahr 2000 gaben insgesamt 57 % an zu rauchen, 2003 erreichte der Anteil der Raucher/innen 52 %, 2006 43 % und 2015 gaben 32 % der Befragten an zu rauchen.

 

Im Jahr 2000 gaben 40 % an täglich zu rauchen, 2003 erreichte dieser Wert 38 %,
2006 31 % und 2015 gaben 23 % der Befragten täglichen Zigarettenkonsum an. Der Nichtraucheranteil stieg in diesem Zeitraum um 25 % von 43 % im Jahr 2000 auf 68 % im Jahr 2015 an.

Österreichweite Trends

Die Österreichische Repräsentativerhebung 2008 (Uhl u. a. 2009) besagt, dass 73 % der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens Tabak geraucht haben. Zum Zeitpunkt der Befragung gaben 38 % der Bevölkerung an, in den letzten 12 Monaten geraucht zu haben – davon sind 15 % starke (mindestens 20 Zigaretten pro Tag), 11 % mittlere (10 bis 19 Zigaretten pro Tag), 7 % schwache (maximal 9 Zigaretten pro Tag) und 5 % Gelegenheitsraucherinnen und -raucher (weniger als eine Zigarette pro Tag).

Geschlecht und Alter

Wie bei anderen gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen, ist auch das Rauchen relativ stark durch Geschlechterdifferenzen und das Alter bestimmt. Die Österreichweite Repräsentativerhebung 2004 (Uhl et al., 2005) ließ jedoch auf eine verstärkte Angleichung der Geschlechter hinsichtlich des Rauchverhaltens schließen: Für Frauen wie für Männer wurde ein in etwa gleich hoher Anteil an aktuellen Raucherinnen und Raucher festgestellt. Die Ergebnisse der Österreichweiten Repräsentativerhebung 2008 (Uhl et al., 2009) wiesen wiederum deutliche Geschlechtsunterschiede auf: Der Anteil der Raucherinnen und Raucher lag bei den Frauen (34 %) deutlich unter jenem der Männer (43 %). Dies betraf auch die Angaben zum täglichen Rauchen: 31 % der Männer und 26 % der Frauen gaben an, täglich zu rauchen (insgesamt 28 %). 

 

Betrachtet man die Datenlage für Oberösterreich, so rauchen laut dem Drogenmonitoring 2015 insgesamt mehr Männer als Frauen (34,3 %: 30,5 %) und sie rauchen häufiger (tägliches Rauchen: 25,3 %: 21,7 %). Der Zusammenhang zwischen Alter und Rauchgewohnheiten wird bei der Entwicklung einer „Raucher/innenkarriere“, also der Entwicklung vom Probierer zum Gewohnheitsraucher, deutlich. Der überwiegende Anteil der heute regelmäßig Konsumierenden startete die Raucherlaufbahn im frühen Jugendalter. Während im Alter von 13 Jahren noch relativ wenige Burschen und Mädchen regelmäßig rauchen, nimmt die Anzahl der täglichen Raucher/innen ab dem 15. Lebensjahr immer schneller zu und erreicht in dieser Untersuchung (Drogenmonitoring 2015) bei den 15- bis 24-Jährigen ihren Höhepunkt (GelegenheitsraucherInnen + tägliche RaucherInnen). Junge und Nagel (1999) zeigen für Deutschland, dass 95 % der heute 20- bis 29-jährigen mit dem Rauchen begonnen haben, als sie jünger als 20 Jahre waren. (Junge und Nagel, 1999, 123) Dür et al. (2002) verweisen darauf, dass 90 % der Raucher/innen im Erwachsenenalter vor ihrem 18. Lebensjahr zu rauchen begonnen haben. (Dür et al., 2002, 24) Die niedrigen Raucherraten älterer Menschen wird vor allem auch durch die frühere Sterblichkeit der Raucher/innen und durch die höhere Anzahl von Ex-Raucher/innen mit beeinflusst.

 

Tabakkonsum von Schüler/innen in Österreich

Das internationale Forschungsprojekt „Health Behaviour in Schoolaged Children (HBSC)“ wird von der WHO in 35 Ländern durchgeführt. Bei den in (fast) regelmäßigen Abständen durchgeführten Studien werden 11 bis 15-jährige SchülerInnen (in der Erhebung 2010 wurden erstmals auch 17-jährige SchülerInnen befragt) zu gesundheitsrelevanten Themenbereichen unter anderem auch zu Alkohol, Nikotin und Cannabiskonsum befragt.

Die HBSC-Studien stellen wichtige Referenzstudien dar, da aufgrund der Methodik und der Regelmäßigkeit die Entwicklungen des Rauchverhaltens der 11- bis 15-jährigen SchülerInnen in Österreich relativ gut dokumentiert und international vergleichbar wird.

Bei der Gruppe der 15-jährigen Schülerinnen, die täglich rauchen zeigt die Statistik, dass in Österreich in den 1990-er Jahren das tägliche Rauchen bei beiden Geschlechtern stark zugenommen hat. Seit 1998 ist eine Abnahme bei beiden Geschlechtern auf knapp 10 % zu verzeichnen (siehe HBSC-Studie 2014).

 

 

Weiterführende Informationen und erwähnte Literatur:

  • OÖ Drogenmonitoring 2015
  • Junge, B. und Nagel, M. (1999): Das Rauchverhalten in Deutschland.
    Gesundheitswesen, 61, Sonderheft 2, 121–125
  • Dür, W. et al. (2002): hbsc 17, Gesundheit und Gesundheitsverhalten bei Kindern und Jugendlichen. Bericht zur Gesundheit der 11, 13- und 15-Jährigen in Österreich. Aufbereitung der Daten des 6. WHO-HBSC-Surveys 2001 und die Trends seit 1990. Wien: Ludwig Boltzmann-Institut für Medizin- und Gesundheitssoziologie
  • Uhl, A. u. a. (2005): Österreichweite Repräsentativerhebung zum Substanzgebrauch. Erhebung 2004. Bericht,
    Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Wien.
  • Uhl,A. u. a. (2009): Österreichweite Repräsentativerhebung zu Substanzgebrauch. Band 1 Forschungsbericht.
    Bundesministerium für Gesundheit, Wien.