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QUELLE: http://www.praevention.at

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Problemfeld Cybermobbing

Mobbing bezieht sich auf eine spezielle Erscheinungsform von aggressiven bzw. gewalttätigen Verhaltens, welche durch absichtlich schädigende Handlungsmuster gekennzeichnet ist, die wiederholt und über einen längeren Zeitraum von einem oder mehreren Schülerinnen bzw. Schülern ausgeführt werden, wobei ein Ungleichgewicht in der Stärke zwischen dem Täter oder einer Tätergruppe und dem Opfer vorherrschen. Dieses tatsächlich vorhandene bzw. subjektiv wahrgenommene Kräfteungleichgewicht kann zum Beispiel auf physischer Kraft, verbalen bzw. sozialen Kompetenzen oder dem zugeschriebenen Status in der Peer Gruppe basieren. Der Begriff Cybermobbing beschreibt Mobbinghandlungen, die mit Hilfe von Neuen Medien durchgeführt werden.

 

Die Motive von Mobbing und Cybermobbing sind dabei ähnlich. Meist geht es darum Macht auszuüben, andere zu dominieren und Anerkennung in der Gruppe zu bekommen. In den meisten Fällen tritt Cybermobbing zusätzlich zu den klassischen Mobbinghandlungen auf.


Einige spezifische Faktoren machen Cybermobbing besonders unangenehm für die Betroffenen und attraktiv für die Täter:

 

  • Cybermobbing ist jederzeit und überall möglich ist, deshalb können sich die Opfer schwerer entziehen (z.B. bei Beleidigungen via SMS und Online Communities).
  • Mit Cybermobbing kann schnell eine große Öffentlichkeit erreicht werden (z.B. durch die Veröffentlichung von verunstalteten Fotos und entwürdigenden Videos), die Demütigungen finden dann vor einem großen Publikum statt
  • Die Täter können anonym und unerkannt operieren (z.B. Beschimpfungen, Beleidigungen, Verleumdungen in „Fake-Profilen“ in sozialen Netzwerken)
  • Fehlendes Feedback zwischen Täter und Opfer: Die Mobbinghandlungen werden nicht unterbrochen, auch wenn das Opfer bereits


Primärpräventiv kann die Auftretenswahrscheinlichkeit von Mobbing reduziert werden, wenn durch die aktive Förderung von positiver Gruppenentwicklung die Entstehung eines guten Klassenklimas unterstützt wird. Besonders bei neu gebildeten Klassen ist sinnvoll gleich zu Beginn den Gruppenbildungsprozess durch Orientierung, Übungen zum Kennlernen und durch die gemeinsame Formulierung von Klassenregeln zu unterstützen. Zudem hat sich das aktive Aufgreifen und Besprechen von bestehenden Konflikten als günstig erwiesen.

 

Wird seitens der Lehrer oder der Eltern Mobbing wahrgenommen, ist es wichtig möglichst rasch einzugreifen und das Mobbing zu stoppen. Für die Aufarbeitung von Mobbingvorfällen stehen den Eltern und Lehrerkräften zusätzlich externe Organisationen wie die Mobbing und Gewaltpräventionsstelle der Kinder- und Jugendanwaltschaft zur Verfügung.