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Epidemiologie- und Drogenbericht 2025 bestätigt Wandel beim Nikotinkonsum

30. April 2026

Am 27. April 2026 wurden von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) die jährlichen Drogenberichte „Epidemiologiebericht Sucht 2025“ und „Bericht zur Drogensituation 2025“ veröffentlicht. Insgesamt zeige sich laut Dr. Martin Busch, dem Leiter des Kompetenzzentrums Sucht an der GÖG eine weitgehend stabile Lage mit Trends zu neuen Nikotinprodukten, mehr Stimulanzien und einem risikoreichen Opioidkonsum.

Wandel beim Nikotinkonsum

Die am weitesten verbreitete Sucht in Österreich bleibt das Rauchen bzw. der Konsum von Nikotin. Rund 24 Prozent der Bevölkerung konsumieren täglich Nikotinerzeugnisse (1,8 Millionen Menschen). Dabei zeige sich laut Bericht ein klarer Wandel. Während das herkömmliche Rauchen abnimmt, steigt der Konsum neuer tabakfreier Nikotinprodukte. „E-Zigaretten und Nikotinbeutel gewinnen stark an Bedeutung – besonders bei jungen Menschen. Der tägliche Nikotinkonsum und damit die Nikotinsucht steigt dadurch wieder an.“, so Dr. Martin Busch.

Elektronische Inhalationsprodukte werden von rund sechs Prozent täglich oder fast täglich genutzt – häufig zusätzlich zum Rauchen. Besonders bei Jugendlichen zeige sich ein deutlicher Anstieg: 8,4 Prozent der Buben und 3,6 Prozent der Mädchen konsumieren laut Bericht täglich Nikotinbeutel, im letzten Monat sogar 16 Prozent aller Schüler*innen. Häufig werden mehrere Produkte parallel genutzt. Gleichzeitig denken fast zwei Drittel der Raucher*innen darüber nach, aufzuhören.

Alkohol: Langfristiger Trend rückläufig, absolute Zahlen bleiben auf hohem Niveau

Alkohol ist nach wie vor jene psychoaktive Substanz, mit der die meisten Menschen in Österreich Erfahrungen machen.Rund 15 Prozent der Bevölkerung konsumiert in einem gesundheitsgefährdenden Ausmaß (1,1 bis 1,2 Millionen Menschen), etwa fünf Prozent gelten als alkoholabhängig. Männer seien laut GÖG immer noch deutlich häufiger betroffen als Frauen. Der problematische Konsum nimmt vor allem mit dem Alter zu und ist besonders zwischen 40 und 70 Jahren verbreitet. Langfristig sind sowohl Konsum als auch alkoholbedingte Erkrankungen zwar rückläufig, die absoluten Zahlen bleiben jedoch hoch.

Cannabis: Circa 20 Prozent haben Konsumerfahrung

Cannabis bleibt laut den aktuellen GÖG-Berichten die am häufigsten konsumierte illegale Substanz in Österreich. Etwa ein Fünftel der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung hat demnach zumindest einmal im Leben Cannabis konsumiert. Meist beschränkt sich der Konsum jedoch auf eine kurze Lebensphase. Ein besorgniserregender Trend, der sich bereits länger abzeichnet wird von Daten aus dem Drug-Checking und aus Sicherstellungen bestätigt: Cannabis in Österreich wird zum Teil mit synthetischen Cannabinoiden versetzt. Der Konsum dieser Substanzen ist mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden.

Anstieg beim Kokainkonsum

Beide Berichte stellen übereinstimmend eine zunehmende Relevanz von Kokain und anderen Stimulanzien fest. So geben rund sechs Prozent der 15- bis 64-Jährigen laut einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung an, zumindest einmal Kokain konsumiert zu haben, etwa 1,5 Prozent im letzten Jahr und rund 0,8 Prozent in den letzten 30 Tagen. Diese Entwicklung wird auch von aktuellen Zahlen aus dem Behandlungsbereich gestützt, wo der Anteil von Personen mit Kokain- oder Stimulanzienkonsum seit mehreren Jahren steigt. Gleichzeitig weisen laut GÖG Marktindikatoren wie hohe Verfügbarkeit, stabile bis sinkende Preise und steigende Reinheitsgrade auf ein attraktiveres Marktumfeld hin.

Risikoreicher Opioidkonsum: steigende Todesfälle

Der risikoreiche Konsum illegaler Drogen wird – wie auch in der Vergangenheit - in Österreich klar von Opioiden dominiert. Für den Berichtszeitraum 2023/2024 wird die Zahl der Menschen mit risikoreichem Opioidkonsum auf 36.000 bis 39.000 Personen geschätzt. Rund drei Viertel davon sind Männer, etwa 90 Prozent älter als 25 Jahre und knapp die Hälfte von ihnen lebt in Wien. Im Jahr 2024 befanden sich lauf dem aktuellen Bericht knapp 21.000 Personen in Opioid-Agonisten-Therapie (OAT). Insgesamt zeigen die Daten keine Ausweitung des Konsums. Gleichzeitig nehmen jedoch hochriskante Konsummuster zu. 

So wurden im Jahr 2024 in Summe 257 direkt drogenbezogene Todesfälle registriert. Diese Zahl liegt auf dem Niveau des Vorjahres, jedoch deutlich über jener der frühen 2010er-Jahre. Die Todesfälle stehen überwiegend im Zusammenhang mit Opioiden, sind jedoch zunehmend durch veränderte Risikokonstellationen geprägt, insbesondere durch Mischkonsum mehrerer Substanzen– etwa die Kombination von Opioiden mit Alkohol, Medikamenten oder anderen Drogen. Diese Form des Konsums betrifft laut GÖG auch eine Gruppe junger Personen mit hohen psychosozialen Belastungen und erhöhter psychiatrischer Komorbidität und einem vergleichsweise hohen weiblichen Anteil. Sie stelle die Suchthilfe vor besondere Herausforderungen, da diese Zielgruppe mit bestehenden Angeboten nur schwer erreicht werde.

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